Natürlicher Pfeffer-Wirkstoff gegen Moskitos

20. August 2009, 16:44
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US-Chemikerteam stellt neues Insektenschutzmittel vor - In Versuchen hat das neue Mittel den am häufigsten verwendeten Stoff DEET übertrumpft

Washington DC/Montpellier - Ein Chemikerteam des US-Department of Agriculture (USDA) hat beim Treffen der American Chemical Society ein neues hocheffizientes Insektenschutzmittel vorgestellt, das chemisch mit Stoffen aus dem Pfeffer verwandt ist. In Versuchen hat das neue Mittel den am häufigsten verwendeten Stoff DEET übertrumpft. Im Fachmagazin BMC Biology haben die Forscher um Vincent Corbel darüber berichtet, dass DEET schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen kann (derStandard.at berichtete).

Neues Mittel 73 Tage wirksam

"Unser Ziel ist es, Krankheitsübertragungen zu verringern", so die USDA-Chemikerin Maia Tsikolia. Tsikolia und ihr Team haben mit einem Computerprogramm 2.000 Substanzen, die als Insekten-Abwehrmittel in Frage kommen, gefunden. Anschließend wurden 23 dieser Substanzen im Labor auf ihre Wirkung hin untersucht und die Ergebnisse anschließend evaluiert. Das beste Ergebnis haben einige chemische Substanzen aus der Klasse der N-Acylpiperidine erzielt. Unter anderem bestand ein Test darin, dass bei Freiwilligen der Stoff auf Haut und Kleidung aufgetragen wurde und sie anschließend in eine Box mit 500 Stechmücken greifen mussten. Das am weitesten verbreitete Insektenschutzmittel DEET Diethyl-3-Methylbenzamid wirkte insgesamt nur 17 Tage während der neue Wirkstoff Schutz für 73 Tage bot. Bis die Substanz allerdings marktreif ist, wird es noch sehr lange dauern. "Bis jetzt haben wir sie nämlich nur an einer einzigen Stechmückenart getestet", so Tsikolia.

Diskussionen um DEET-Verträglichkeit

Die Verträglichkeit von DEET wird als ausgezeichnet beschrieben und auch die ansonsten kritische US-Environmental Protection Agency (EPA) hatte vor zehn Jahren nach einer ausführlichen toxikologischen Sicherheitsprüfung keine Einwände. Selbst Kinder dürfen das Repellens anwenden. Experten wie Rene Csuk, Professor für Organische Chemie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, der an der Erforschung neuer Insektenschutzmittel arbeitet, meinte, dass DEET zu Hautreizungen führen könne und bei Kindern daher nur eine verdünnte Konzentration verwendet werden sollte. (pte/red)

  • Das vorgestellte Insektenschutzmittel ist chemisch mit Stoffen aus dem Pfeffer verwandt
    foto: photodisc

    Das vorgestellte Insektenschutzmittel ist chemisch mit Stoffen aus dem Pfeffer verwandt

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