Heimische Aktionäre mit Cerberus über Kapitalerhöhung einig

20. August 2009, 15:56
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Streit mit Cerberus beigelegt - Österreich-Konsortium zieht bei Kapitalerhöhung mit - Verhandlungen über Staatshilfe noch nicht beendet

Wien - Die österreichischen Aktionäre der BAWAG PSK haben sich mit dem Haupteigentümer der Bank, dem US-Fonds Cerberus, über die anstehende Kapitalerhöhung geeinigt. Einen entsprechenden Bericht im heutigen "Wirtschaftsblatt" bestätigte BAWAG-Aktionär Hannes Androsch heute, Donnerstag, gegenüber der APA. Demnach zieht das Österreich-Konsortium bei der Kapitalerhöhung mit.

Laut Androsch wollen die österreichischen Mitaktionäre damit ein positives Signal in Richtung der österreichischen BAWAG-Kunden senden. Gleichzeitig soll damit der Weg für die angestrebte Staatshilfe geebnet werden.

Wie das "Wirtschaftsblatt" berichtet, werden die Post, Generali, Wüstenrot sowie Androsch bei der Kapitalerhöhung mitziehen, die notwendig wurde, weil sich die Bawag um Staatshilfe aus dem Bankenpaket anstellt. Denn das Finanzministerium schreibt vor, dass bei Banken, die mehrheitlich in Auslandsbesitz stehen, auch die Eigentümer einen Beitrag leisten müssen.

Vom Tisch

Im Vorfeld der Einigung der Aktionäre hatte es laut dem Bericht unter den Österreich-Beteiligten die Befürchtung gegeben, dass Cerberus die Position der heimischen Aktionäre durch Schaffung einer neuen Holding deutlich schwächen würde. "Das ist nun vom Tisch, durch intensive Verhandlungen sind wir zu einer einvernehmlichen Regelung gekommen", sagt eine mit der Sache vertraute Person der Zeitung.

Die Republik hat dem US-Fonds in Verhandlungen, die noch immer andauern, auferlegt, dass er 260 Mio. Euro zuschießen muss. Umgerechnet auf die vier österreichischen Beteiligten heißt das laut Zeitung: Die Post, die 5 Prozent der Anteile an der Bank hält, muss rund 14 Mio. Euro in die Hand nehmen, die Generali rund 9 Mio. Euro, Wüstenrot 2,5 Mio. und Androsch, der für seine Beraterdienste beim Kauf der ehemaligen Gewerkschaftsbank Cerberus Anteile erhielt, muss 2 Mio. Euro locker machen. Diesen Betrag wollte Androsch heute nicht bestätigten. "Der stimmt nicht", so der Industrielle zur APA.

Immer noch nicht beendet sind laut dem Bericht die Verhandlungen um die Staatshilfe mit dem Finanzministerium, ein Abschluss sei noch nicht in Sicht. Die Eckpunkte des Pakets für die Bank stünden schon seit dem Frühjahr fest: Die Bawag wird Partizipationskapital in Höhe von 550 Mio. Euro erhalten und so ihr Eigenkapital erhöhen. Darüber hinaus übernimmt die Republik für fünf Jahre eine Garantie für 400 Mio. Euro auf Assets, die von Abwertungen bedroht sind. Die Bawag sitzt noch immer auf strukturierten Produkten im Wert von 1,7 Milliarden Euro. Diese wurden vor dem Sommer in eigene Gesellschaften ausgelagert. (APA)

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