Für den Notfall im Kreißsaal gerüstet

20. August 2009, 15:14
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Berliner Anästhesisten haben Checklisten zum Vorgehen im Notfall entworfen

Berlin - Wenn es im Kreißsaal zu Komplikationen kommt, ist rasches Handeln erforderlich. Damit keine Zeit verloren geht, haben Anästhesisten der Berliner Charité Verfahrensanweisungen entworfen, die das Handeln von Ärzten, Hebammen und Geburtshelfern in Notfallsituationen zu optimieren. Experten stellen diese Checklisten anlässlich des 11. Hauptstadtkongresses für Anästhesiologie und Intensivtherapie in Berlin vor, teilt die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften in einer Aussendung mit.

Reibungslose Zusammenarbeit

Der Notfall im Kreißsaal ist oft lebensbedrohlich für Mutter und Kind. "Bei diesen Fällen müssen wir schnell handeln. In manchen Fällen muss noch in der Kreißsaalkabine eine Allgemeinanästhesie eingeleitet und operiert werden", sagt Solveigh Wiesener von der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin der Charité. Eine Schulterdystokie, bei der das Kind nach der Geburt des Kopfes mit der Schulter im Geburtskanal "festhängt", kann solch ein Notfall sein. Wird die Nabelschnur eingeklemmt, ist das Leben des Kindes akut gefährdet. "Dann ist eine schnelle geordnete Reaktion des Behandlungsteams erforderlich. Das gilt vor allem, wenn ein sofortiger Kaiserschnitt, also eine Notsectio, oder eine andere Operation erforderlich wird", erklärt Wiesener. Die Zusammenarbeit von Geburtshelfer, Hebamme, Kinderarzt und Anästhesie-Team muss reibungslos funktionieren.

Checklisten für den Ernstfall

Durch sogenannte Standard Operating Procedures (SOP) - Standardvorgehensweisen - werden Handlungsschritte im Falle eines Notfalles genau bestimmt. "Dadurch geht im Ernstfall keine Zeit verloren und die Fehlerrate ist gering", so Wiesener. In der Charite wurden deshalb SOPs für häufige Komplikationen im Kreißsaal entworfen. Neue Mitarbeiter werden vor ihrem ersten Einsatz mit Hilfe der SOPs mit den genauen Abläufen bei Komplikationen im Kreißsaal vertraut gemacht und trainiert. „Gute strukturelle Voraussetzungen sind mittlerweile eine Voraussetzung für ein optimales Notfallmanagement von lebensbedrohlichen geburtshilflichen Notfallsituationen", sagt Wiesener abschließend. (red, derStandard.at)

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