EU soll Homosexuelle aus dem Irak aufnehmen

20. August 2009, 14:47
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Hunderte Schwule Opfer von Verfolgungen, Folter und Ermordung

 Wien - Eine offizielle Verurteilung der Untätigkeit der irakischen Regierung angesichts der brutalen Verfolgung von Homosexuellen und Maßnahmen mit dem Ziel, die Opfer europaweit aufzunehmen, fordert der Vorsitzende der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität), Peter Traschkowitsch von der EU. 

Irakische Regierung völlig untätig

Er verwies am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst auf den jüngsten Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ("They want us exterminated") über außergerichtliche Hinrichtungen, Entführungen und Folterungen Hunderter homosexueller Männer im Irak. "Die irakische Regierung bleibt völlig untätig, obwohl der Bericht von wahrscheinlich Hunderten Toten spricht, eine genaue Zahl sei aber wegen 'Schweigen und Stigmatisierungen gegenüber Sexualität' unmöglich", so Traschkowitsch.

Europaweite Aufnahme

"Religiöse Milizen, selbst ernannte Moralisten, suchen sich dem Bericht zufolge homosexuelle Männer, foltern und ermorden sie. Zu Beginn dieses Jahres haben diese Angriffe in Bagdad begonnen und sich auf weitere Städte ausgeweitet", entnahm Michael Leiblfinger, Internationaler Sprecher der SoHo, dem 67-seitigen HRW-Bericht, der auch von Familienangehörigen verübte "Ehrenmorde" anführt.

"Human Rights Watch berichtet auch, dass bei diesen Gewaltverbrechen gegen Schwule reguläre irakische Sicherheitskräfte mitgewirkt haben." Traschkowitsch fordert daher die Thematisierung bei der nächsten EU-Innenministerkonferenz. Es müsse alles unternommen werden, um flüchtende homosexuelle Iraker europaweit aufzunehmen. (APA)

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