Salmonellen-Trick entschlüsselt

20. August 2009, 13:34
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Ein Molekül reicht manchen Stämmen aus, um eine Entzündung hervorzurufen

Zürich - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich haben entdeckt, dass Salmonellen ein Molekül ausreicht, um eine Entzündung hervorzurufen, die die Darmflora zerstört und ihre Schutzfunktion aufhebt. Die Studie der Forscher um Wolf-Dietrich Hardt wurde im Fachmagazin "Cell Host & Microbe" veröffentlicht.

Bei dem Molekül handelt es sich um das Eiweiß SopE, dessen biologische Funktion nun aufgeklärt werden konnte: Die Bakterien injizieren das Eiweißmolekül in eine Darmepithelzelle, wodurch schlussendlich - über eine Reihe von Signalwegen - Fresszellen wie Makrophagen angelockt werden. Diese machen schließlich den ins Darmgewebe eingedrungenen Salmonellen den Garaus. Die Salmonellen, die im Darmlumen verbleiben, profitieren dagegen von der entstehenden Entzündung, gab das Forschungsteam bekannt. So können die Bakterien Durchfall hervorrufen und das Darmlumen des Patienten besser besiedeln.

Therapie?

Die Fresszellen werden durch Botenstoffe des Moleküls Caspase-1 angelockt, das in der Zelle Dreh- und Angelpunkt von Entzündungsreaktionen ist und beispielsweise auch bei Sonnenbrand aktiv wird. Es ist nicht einfach, einen Wirkstoff dagegen zu finden, betonte das Team. Legt dieser nämlich beispielsweise Caspase-1 lahm, so wird zwar die Infektion verhindert, aber "das würde die allgemeine Fitness des Wirtes stärker beeinträchtigen als die Infektion durch Salmonellen", betonte Hardt. Zudem können nur bestimmte Salmonellen-Stämme das Protein SopE herstellen. Dies sei nur einer von zwölf Kandidaten von Botenstoffen, die die Salmonellen einsetzen, um ihre Wirtszelle zu "knacken". (red/APA/sda)

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