Primäre Leberkarzinome nehmen rapide zu

20. August 2009, 13:37
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Erkrankungen, die in der Leber ihren Ausgang nehmen, sind drastisch gestiegen - Alkohol, Fettsucht und Hepatitis-C-Infektionen als Risikofaktoren

London  - Primäre Leberkarzinome, die in vielen Fällen verhindert werden könnten, haben sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Es ist nicht außergewöhnlich, dass sich eine Krebserkrankung in die Leber ausbreitet. Die Statistiken von Cancer Research UK zeigen jedoch, dass die Anzahl der Erkrankungen, die in der Leber ihren Ausgang nehmen, drastisch angestiegen ist. Diagnostizierte Krebserkrankungen haben in den letzten Jahrzehnten aufgrund der höheren Lebenserwartungen und der verbesserten Erkennungsmöglichkeiten zugenommen. Experten argumentieren, dass Infektionen mit Hepatitis C, Alkoholmissbrauch und Fettsucht auch entscheidend zur Zunahme der Erkrankungen beigetragen haben.

Aus Zirrhose entwickelt sich Tumor

Primärtumore entstehen häufig als Folge einer Zirrhose, die ihrerseits mit diesen Risikofaktoren in Zusammenhang steht. Matt Seymour von der University of Leeds berichtet, dass immer mehr Patienten mit einer Zirrhose und daher auch häufiger mit primären Leberkarzinomen behandelt werden. Dieser Trend werde sich wahrscheinlich fortsetzen. Es komme zu einer langen Verzögerung zwischen dem Bestehen der Risikofaktoren und dem Einsetzen einer Krebserkrankung. Es könne 20 bis 40 Jahre dauern, bis nach einer Hepatitis C-Infektion ein Leberkrebs entsteht. Auch wenn die Infektionszahlen derzeit rückläufig seien, werde es noch einige Jahre dauern bis die Anzahl der Folgeerkrankungen ebenfalls sinkt.

Alkohol und Fettsucht als Ursachen

Fettsucht wird derzeit als eine der Hauptursachen für Erkrankungen der Leber angesehen. Zirrhosen, die durch hohen Alkoholkonsum entstehen, haben in Großbritannien in den letzten Jahren extrem zugenommen. Wird eine Erkrankung früh genug behandelt, kann der gesundheitliche Schaden rückgängig gemacht und das Krebsrisiko reduziert werden. Viele Menschen mit Hepatitis C wissen jedoch nicht, dass sie das Virus in sich tragen. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 250.000 Briten infiziert sind. Acht von zehn Betroffenen wissen jedoch nichts davon. (pte)

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