Verordnung für strengere Transfett-Grenzwerte fix

20. August 2009, 12:30
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Österreich zweites EU-Land mit Grenzwert

Wien - Der strenge Grenzwert für Transfette in Lebensmitteln in Österreich ist durch eine Unterschrift von Minister Stöger amtlich gemacht worden. Die neuen Vorschriften treten frühestens am 1. September in Kraft. Sie sehen vor, dass ein Inverkehrbringen von Fetten und Ölen und daraus hergestellten Lebensmitteln mit mehr als zwei Prozent künstlichen Transfettsäuren im Gesamtfett verboten sein wird.

Österreich ist zweites EU-Land mit Begrenzung

Bei zusammengesetzten Lebensmitteln mit einem Fettgehalt von weniger als 20 Prozent soll ein Transfettsäuregehalt von bis zu vier Prozent erlaubt sein. Österreich ist somit das zweite EU-Land mit solch einer Begrenzung. Europäischer Vorreiter war bis dato allein Dänemark. Seit 2008 hat zudem auch die Schweiz ein Transfettgesetz.

"Künstliche Transfettsäuren sind gefährliche Fette. Sie haben in Lebensmitteln keine notwendige Funktion, fördern aber vor allem Herzkreislauf-Erkrankungen", so Stöger. Aus Sicht des Ministers ist die Begrenzung der Transfettsäuren in Lebensmitteln "eine seit Jahren überfällige Maßnahme zum Gesundheitsschutz". Zwar habe die Lebensmittelwirtschaft in den vergangenen Jahren viel zur Reduktion der Transfette getan, dies sei aber leider nicht durchgängig der Fall gewesen.

Einjährige Übergangsfrist

Mit der neuen Verordnung müssen nun auch die Lebensmittelproduzenten sehr schnell reagieren und die fraglichen Produkte nicht mehr anbieten. Es gibt jedoch eine einjährige Abverkaufs- und Übergangsfrist, erklärte Lebensmittelexpertin Petra Lehner aus dem Gesundheitsministerium. Die Fastfoodkette McDonalds etwa investierte seit 2006 eine Million Euro in die Umstellung auf ein anderes Frittieröl, sagte Sprecherin Ursula Riegler. Europaweit wurde innerhalb von zwei Jahren in allen 6.400 Restaurants Frittieröl mit einem Transfettsäuregehalt von unter zwei Prozent eingesetzt. Die größte Umstellung müssen jedoch die großen Fettproduzenten vornehmen, die ihre Produkte an Lebensmittelproduzenten weiterverkaufen, ist sich die Ernährungswissenschafterin sicher. (APA)

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    Transfette kommen vor allem in frittierten Produkten und Backwaren vor. Sie haben ihren Ursprung in der künstlichen Härtung von Fetten und entstehen auch beim Frittieren

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