Skylink-Vergabe verletzte Urheberrechte

20. August 2009, 10:59
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Zeitung: Flughafen gibt Verantwortung dafür an Architekturbüro weiter

Wien - Beim Bau des neuen Flughafenterminals Skylink wurden nicht nur die Baukosten drastisch überschritten. Es wurden auch Ideen des in der Ausschreibung unterlegenen Architekturbüros gestohlen und damit Urheberrechte verletzt, schreibt der "Kurier"(Donnerstagausgabe). Das habe der Oberste Gerichtshof (OGH) in dritter Instanz bestätigt. Bis 28. August habe der Flughafen Wien noch Zeit in die Berufung zu gehen, bis dato sei keine Entscheidung gefallen.

Flughafen-Vorstand Herbert Kaufmann bestätigte die OGH-Entscheidung. Sollte es aber zu Schadensersatzansprüchen kommen, will er diese an das siegreiche Architekturbüro weiterleiten, denn "der Flughafen zeichnet keinen Plan", weist er die Verantwortung von sich.

Entscheidung hinter verschlossenen Türen

Die Wettbewerbsjury habe zwei Siegerprojekte vorgeschlagen, die endgültige Entscheidung sei dann aber vom Vorstand des Flughafens "hinter verschlossenen Türen" gefallen, so der "Kurier". Den Zuschlag erhielten Baumschlager-Eberle/Itten Brechbühl, obwohl Frank und Partner von der Jury erstgereiht worden seien. Der OGH habe nun in dritter Instanz bestätigt, dass im umgesetzten Projekt geistiges Eigentum von Frank und Partner verwendet wurde, sagte Architekt Sepp Frank laut Zeitung. Nun laufe ein Verfahren wegen Schadensersatz. "Dem Vernehmen nach" soll der Streitwert eine hohe sechsstellige Summe betragen, schreibt der "Kurier". Der Flughafen habe bis zum 28. August Zeit, in Berufung zu gehen.

Intransparenz bei der Vergabe des Auftrags weist Kaufmann laut "Kurier" von sich. Das Vergabeverfahren sei von vier Behörden geprüft und für korrekt befunden worden, bis hin zum Europäischen Gerichtshof (EuGH). (APA)

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