Kritik

amnesty international: "beschämend und irritierend"

20. August 2009 15:00

Peter Pilz kritisiert Justiz

Krems - Das Landesgericht Krems hat am Donnerstag im Zusammenhang mit dem von der Polizei in einem Supermarkt erschossenen 14-jährigen Florian P. die U-Haft über den mutmaßlichen Komplizen des ums Leben gekommenen Burschen verlängert. Als Haftgrund wurde weiter Tatbegehungsgefahr angenommen, gab die Erste Staatsanwältin Eva Taborsky bekannt. Der 17-Jährige bleibt damit vorerst weitere vier Wochen inhaftiert.

Kritik von amnesty international

Scharfe Kritik an der Verlängerung der U-Haft kommt von der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai). Für den österreichischen ai-Generalsekretär Heinz Patzelt liegt die Vermutung nahe, "dass es sich im gegenständlichen Fall um eine Informationsverhinderungshaft handelt", so Patzelt.

Man wolle dem 17-Jährigen offenbar die Möglichkeit nehmen, der vielfach medial kolportierten Sichtweise der Polizisten, die die Schussabgabe damit erklären, sie hätten sich in einer Notwehrsituation befunden, etwas entgegenzusetzen. "Das ist beschämend und irritierend zugleich", sagte Patzelt.

Kritik von Peter Pilz an Justiz

Kritik kommt auch von Grünen Sicherheitssprecher Pilz. Es sei "untragbar, wie sich die Justiz derzeit durch absurde Entscheidungen in Misskredit bringt und damit das Vertrauen der Öffentlichkeit riskiert", so Pilz. Er appellierte daher an Justizministerin Bandion-Ortner, "dieser Selbstbeschädigung der Justiz einen Riegel vorzuschieben."

Angebliche "Ausholbewegung"mit Gartenharke

Der 17-Jährige, der mit seinem jüngeren Freund in der Nacht auf den 5. August von zwei Uniformierten bei einem nächtlichen Einbruchsversuch betreten wurde, soll angeblich mit einer Gartenharke eine "Ausholbewegung" in Richtung der Polizisten gemacht haben. Die Beamten machten darauf von ihren Dienstwaffen Gebrauch. Während der 14-Jährige von einem Schuss in den Rücken tödlich getroffen wurde, durchschlug ein Projektil beide Oberschenkel des 17-Jährigen.

Auf Basis dieser Verletzung weiter von Tatbegehungsgefahr auszugehen, "ist im Rahmen des Absurden ganz besonders absurd", bemerkte Patzelt, zumal selbst im Fall einer möglichen Verurteilung des Burschen wegen versuchten Einbruchsdiebstahls die zu erwartende Strafe in keiner angemessenen Relation zu einer mehrwöchigen U-Haft stehe. "Freiheit ist das höchste Gut nach dem Leben. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man den Jugendlichen ohne erkennbar zwingende Not in Haft verwahrt", gab der ai-Generalsekretär zu bedenken.

Aussage gegen Aussage

Der Jugendliche soll sich, nach Aussage der Polizei in der Nacht auf den 5. August bei einem nächtlichen Einbruchsversuch zwei Polizeibeamte in den Weg gestellt haben. Der Anwalt der beiden Polizisten erklärte in einem Ö1-Interview, dass die beiden Polizisten keine Einbruchsspuren entdeckt hätten, bevor sie in den Supermarkt gegangen sind. Sie seien dort angegriffen worden.Damit steht nach wie vor Aussage gegen Aussage. Über eine genaue Aussage der Polizisten wurde bisher nichts bekannt gegeben.

Von der Anwältin des Jugendlichen war vorerst keine Stellungnahme zur Haftfrage zu bekommen. Die Juristin hat grundsätzlich die Möglichkeit, gegen den Beschluss des Landesgerichts Krems ein Rechtsmittel zu ergreifen. Mit der Haftbeschwerde müsste sich das Oberlandesgericht (OLG) Wien auseinandersetzen. (APA,red)

Kommentar posten
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amoruritme
 
21.08.2009 11:29
eine polizeipolizei ist längst überfällig!



ansonsten würde eine ganze berufsgruppe geradezu in einem gesetzesfreien raum leben/handeln: was wunder, dass sie: "über(re)agieren"!
http://34390.forendienst.de/show_mess... tpost=true

lauter missgeschicke, zufälle, unfälle, nie: vorsätzliche tötung?
http://34390.forendienst.de/show_mess... 26&page=11

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
20.08.2009 19:41
Die Generalprobe!

Die Bevölkerung muss an unverständliche Gewaltakte durch die Polizei gewöhnt werden.

Die Machthaber wissen ganz genau, dass der Kapitalismus kurz vor den totalen Kollaps steht und da wird man hart durchgreifen um die Verantwortlichen (und Parteispender) zu schützen!

cipf
 
21.08.2009 10:50

Erstaunlicherweise stimme ich mit ihnen - großteils - überein (speziell was den zweiten Absatz ihres Postings betrifft).
Aber was bitte ist an der Aktion der Polizei unverständlich?
Und was ist daran neu oder ungewöhnlich?
Ich verweise auf Elvis Presley: In the Ghetto.
Auch nix anderes ;-))

Mirabeau
20.08.2009 21:22

Dass der Kapitalismus kurz vor dem totalen Kollaps steht, dachte die Linke schon vor 10 Jahren, 20 Jahren 40 Jahren, 60 Jahren 80 Jahren usw. usw.

Sogar die Zeugen Jehovas haben mittlerweile aufgehört, das Ende der Welt vorherzusagen.
Vielleicht werden es die linken Sekten auch eines Tages tun.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
21.08.2009 08:11
Sehr witzig!

Und die Finanzkrise ist auch nur eine linke Verschwörungstheorie?

amoruritme
 
21.08.2009 11:50
ohne verschwörungstheorien

und untergangsszenarien sind die linkslinken bessermenschen nicht glücklich...

wenn sich das system wieder erholt und es den menschen wieder besser geht (na so schlecht scheints den menschen im kapitalismus nicht zu gehen, wenn doch alle anderen hierher flüchten!), dann dürften die kassandrischen händereiber sich wieder in ihre potatocouches zurücklehnen - und traurig, aber trotzdem gierig auf die nächste herbeigewünschte supergaukrise warten...

so kann man seine zeit auch ver...

bixente uhudla
 
21.08.2009 14:08

also bitte...die verschwörungs-verlage machen mehr geschäft mit den rechten..

klar gibts am linken rand auch genug spinner,aber der rechte rand steht in punkto verschwörungparanoia um nix nach

amoruritme
 
21.08.2009 15:46
d'accord

wir sollten uns also auf eine klare, von mir aus: "einfache", hausvernünftige, mittige denke einigen...


;-)

und vor allem:

realistische!

wir brauchen mmn dem skandal dieser kindtötung keine zusätzlichen antikapitalistischen drüberstreuer aufzusetzen: das macht das ganze sogar irgendwie: makabrer! der tod des kindes und die korruptoiden gegenseitigen staatshandschlags- und -langerdienste der "3 gewalten" (die eigentlich blind, taub und stumm untereinander sein sollten, was aber wirklich eher ein witz ist!) brauchern keine skandalboosterung!

ist ö mittlerweile völlig korrupt? dörfler darf, kinder bei todesdrohung - bzw späterer -rechtfertigung - nicht!

und das dumpe stimmvieh steht gaffend und kronenzeitungshörig und grunzt zustimmung

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
20.08.2009 20:39
Es muss natürlich heißen:

"kurz vor dem totalen Kollaps"

Kleine Diebe werden erschossen, große verehrt
20.08.2009 20:30
Gott Mammons Gesetz

Es muss auf jeden Fall ein weiteres ÖVP-Exempel statuiert werden, dass der Schutz von Kapital vor dem Schutz von Menschen, Kindern und Tieren steht.

cipf
 
21.08.2009 10:42

Stimmt. Der Schutz des "Kapitals" - also der Menge der Köpfe - gegen Übergriffe - ob von privat oder von Staatens Seite - muss verhindert werden.
Tätermitleid ist wahrlich kein Feature der öVP. Und gut so.

ScroogeMcDuck
20.08.2009 18:54

das rechtsstaatliche problem

es steht aussage gegen aussage, aber nicht, dass etwa der polizist einsitzt oder gar beide, oder keiner, denn entgegen der unschuldsvermutung wiegt die aussage von jemandem halt faktisch weniger als die der kieberei

carrozza
20.08.2009 18:26
Ist der Polizist, der das flüchtende Kind durch einen Schuss in den Rücken gekillt hat, nicht bereits früher durch exzessiven Waffengebrauch aufgefallen?

Warum werden solche Typen nicht wegen Tatbegehungsgefahr rechtzeitig weggesperrt, bevor sie jemanden abknallen, um nachher tagelang die offizielle Erklärung abzusprechen und auswendig zu lernen?

LGM
20.08.2009 21:15

also viel polemischer gehts ja wohl nimmer

cipf
 
21.08.2009 10:46

Stimmt. Ich würde Carrozza gerne fragen, ab wann denn ein Schusswaffengebrauch "exzesiv" ist? ;-))

value
 
20.08.2009 18:04
Warum sind die Polizisten dann nicht in U-Haft?

Mord und gefährliche Körperverletzung sind weit schwerere Verbrechen als Einbruchdiebstahl.

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung ...

deadsoil
20.08.2009 19:58

ganz einfach für schlauhirne wie sie: es geht nicht um mord oder schwerer körperverletzung, sondern um fahrlässige tötung unter besonders gefährlichen verhältnissen. ein fahrlässigkeitsdelikt - wird sehr schwer mit der untersuchungshaft.

Queen of Sheba
 
20.08.2009 18:02
Der Markt hat sicher mehrere Alarmmelder - und keine Alarmzentrale ?

Tina Tsornigg
20.08.2009 18:01

Die Tatbegehungsgefahr ist bei den beiden Polizeikräften doch mindestens genau so hoch. Und die haben schwere Körperverletzung und fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Umständen am Kerbholz.

H. Kienhammer
20.08.2009 20:34
Wer hat was am Kerbholz?

Der StA ermittelt, es gibt nicht einmal eine Anklage, geschweige denn eine Verurteilung.

kamelchen darf den tierpfleger nicht mehr beissen
20.08.2009 17:53

der nette kleine bub ist halt nun sowas wie ein berufsverbrecher. vorbestraft bis zum abwinken.

also WO genau ist das problem mit dieser entscheidung?

Voxi Bärenklau
21.08.2009 11:49

Kamelchen-Sie sind ein Trampeltier.

LCD
20.08.2009 19:45

Sie verwechseln Strafhaft mit Untersuchungshaft.

Stachanow, Mitarbeiter des Monats!
 
20.08.2009 19:33
Den Unterschied ...

... zwischen einem Einbruch und einem Tötungsdelikt müsste eigentlich der Stupideste begreifen!

deadsoil
20.08.2009 20:00

sie begreifen ja nicht einmal, dass es sich bei den polizisten um ein fahrlässigkeitsdelikt handelt.

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