Mordversuch an Asylwerber

20. August 2009, 10:35
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Mann schwer verletzt in Flüchtlingshaus gefunden

Wien - Einen Mordversuch an einem 39-jährigen Asylwerber aus Nigeria hat es offenbar am Mittwoch in Wien-Alsergrund gegeben. Der Mann wurde mit schweren Kopfverletzungen in seinem Zimmer im Flüchtlingshaus Rossauerlände gefunden. Die Wunden dürften von Hieben mit einem scharfen Gegenstand stammen, berichtete die Bundespolizeidirektion am Donnerstag. Der 39-Jährige musste notoperiert werden. Er befindet sich am Donnerstag vorerst im stabilen Zustand.

Gegen 14.00 Uhr wurde der nicht ansprechbare Schwerverletzte in seinem Zimmer in der Glasergasse entdeckt. Es habe Lebensgefahr bestanden, der Mann sei im AKH operiert worden, so Polizeisprecher Mario Hejl. Eine mögliche Tatwaffe konnte nicht sichergestellt werden, einen Verdächtigen gab es vorerst nicht. "Es wird Tatortarbeit gemacht und im Asylheim und im Umfeld ermittelt", so Hejl. Die Erhebungen und Befragungen der Heimbewohner, würden sich allerdings aufgrund von Sprachschwierigkeiten schwierig gestalten.

Das 39-jährige Opfer ist von seinem Mitbewohner und einem Heimmitarbeiter am Boden liegend in seinem Zimmer gefunden worden: "Er hat zu zweit im Zimmer gewohnt", sagte Christoph Riedl, Geschäftsführer des Diakonie Flüchtlingsdiensts. "Er ist ein extrem ruhiger Mensch, der nie aufgefallen ist. Ein sehr sanfter Typ, deshalb ist das Ganze noch unerklärlicher."

"Wir wissen ja noch gar nichts", meinte Riedl. "Aber er (der 39-Jährige, Anm.) ist ein angenehmer Hausbewohner, man kann sich nicht vorstellen, dass er mit etwas Negativen zu tun hatte." Das fünfstöckige Flüchtlingshaus Rossauerlände habe Kapazität für etwa 170 Flüchtlinge; großteils seien Familien untergebracht, zwei der fünf Stockwerke stünden derzeit für alleinstehende Männer bereit. Die Zuweisung der Bewohner erfolge über den Fonds Soziales Wien.

Haus ist Vorzeigemodell

"Das Haus ist eigentlich unser Vorzeigemodell. Wir versuchen viel, um den Alltag mit den Bewohnern zu gestalten", sagte der Geschäftsführer. Dazu arbeiten viele ehrenamtliche Mitarbeiter im Heim, die z. B. Hausaufgaben- und Kinderbetreuung durchführen. Natürlich sei der Platz beengt wie in anderen ähnlichen Einrichtungen auch und natürlich gebe es immer wieder einmal kleinere Vorfälle: "Aber es ist großteils recht harmonisch." Das Flüchtlingsheim sei gut verankert im Bezirk, es gebe immer wieder gemeinsame Veranstaltungen und auch Projekte z. B. mit angrenzenden Schulen.(APA)

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