GM-Verwaltungsrat vertagt Entscheidung

21. August 2009, 22:52
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Finanzierungsfragen offen - Gespräche werden Anfang kommender Woche fortgesetzt

Detroit/Frankfurt/Main - Das Tauziehen um den Verkauf des deutschen Autokonzerns Opel geht weiter. Der Verwaltungsrat der ehemaligen Opel-Mutter General Motors habe am Freitag zwar über die Optionen für die Zukunft des Autoproduzenten beraten, teilte GM-Europe am Freitagabend mit. Dabei sei allerdings keine Entscheidung für eines der beiden Angebote gefallen. Im Rennen um Opel sind der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJ.

"Der Verwaltungsrat war nicht in der Lage, eine Entscheidung zu fällen", sagte der GM-Europe-Sprecher. Wie aus Konzernkreisen verlautete, seien noch zu viele Fragen bezüglich der Finanzierung offen. GM werde nun von der deutschen Bundesregierung weitere Details über die staatlichen Hilfsgelder anfordern. Ein neuer Termin für ein weiteres Treffen des Gremiums stehe noch nicht fest.

Auch aus deutschen Regierungskreisen verlautete am späten Freitagabend, dass es keine GM-Entscheidung zum Opel-Verkauf gegeben habe. Die Verzögerung sei bedauerlich. Anfang kommender Woche würden die Gespräche mit GM fortgesetzt, hieß es. Man sei zuversichtlich, dass für die verbliebenen offenen Punkte eine Lösung gefunden werden könne. Die deutsche Regierung, die milliardenschwere Staatshilfen für die Rettung von Opel lockermachen will, spricht sich für Magna als neuen Eigentümer des Autokonzerns aus.

Eine GM-Sprecherin in Detroit hatte zuvor gesagt, dass das Unternehmen am Freitag "überhaupt nichts sagen" werde. Der Verwaltungsrat prüfe nämlich zunächst die Übernahmekonzepte beider Bieter und werde dann voraussichtlich gegenüber der Opel-Treuhand eine Empfehlung aussprechen. "Die Opel-Treuhand müsste die Empfehlung billigen, bevor irgendeine Vereinbarung unterzeichnet werden kann, die auch öffentlich gemacht wird", sagte die Sprecherin. Sie ließ offen, wann diese Empfehlung ausgesprochen werde.

Die Finanznachrichtenagentur Dow Jones berichtete unterdessen unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Kreise, Magna sei bereit, sein Angebot um weitere 500 Millionen Dollar (349 Millionen Euro) aufzustocken.

Arbeitnehmervertreter, die Ministerpräsidenten von deutschen Bundesländern mit Opel-Werken und auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bevorzugen eine Übernahme durch Magna gemeinsam mit der halbstaatlichen russischen Sberbank. Von der Zustimmung Deutschlands hängen Milliardenbürgschaften zur Stützung von Opel ab. General Motors hat bisher eine Neigung zu dem in Belgien beheimateten Finanzinvestor RHJI erkennen lassen. Unmittelbar vor der GM-Verwaltungsratssitzung hieß es aber aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen, dass sich beim US-Konzern eine Präferenz für Magna abzeichne. "Nach den letzten Gesprächen läuft es auf Magna hinaus", sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag zu Reuters. Ein anderer Insider sagte, es gebe "zarte Anzeichen", dass GM sich für Magna entscheiden könnte.(APA/Reuters/dpa)

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    Der Verwaltungsrat des ehemaligen Opel-Mutterkonzerns General Motors will am Freitag über die beiden Übernahmeangebote für Opel beraten und eine Vorentscheidung treffen.

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