"Sehr gut" und "sehr mangelhaft" für Österreich

20. August 2009, 09:21
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Erster Platz für Rastplatz Gaishorn an der Pyhrn-Autobahn - weit hinten im Mittelfeld liegt Deutschland - schlechteste Raststätte in Italien

en - In einem europäischen ÖAMTC-Autobahn-RastplatzVergleichstest holte Österreich für die zwei heimische Rastplätze Gaishorn und Lanschütz den Europasieg. Mit Krumpendorf (Nord) an der Südautobahn (A2) hat Österreich aber auch einen Testverlierer, der gleichauf mit Negativbeispielen aus Spanien, Tschechien, der Slowakei, Holland, Belgien und Slowenien liegt. Überraschend weit hinten im Mittelfeld liegt Deutschland, wo 20 Rastplätze getestet wurden. Schwedens Rastplätze sind im Ländervergleich am behindertengerechtesten ausgeführt.

Von den 101 Autobahn-Rastplätzen, die in 18 europäischen Ländern getestet wurden (zehn davon in Österreich), konnte "kaum ein Land mit durchwegs guten Anlagen überzeugen", urteilte ÖAMTC-Verkehrsexperte Willy Matzke. Holland und Belgien glänzen zwar mit sauberen Grünanlagen, dafür fehlen mancherorts die Toiletten, was insgesamt für ein schlechtes Abschneiden sorgte. "Der Besuch eines WC ist schließlich ein wesentlicher Grund, warum man einen Parkplatz ansteuert", so der Experte.

"Sehr gut" für Rastplatz Gaishorn und Lanschütz

Platz eins mit dem Prädikat "sehr gut" geht an den Rastplatz Gaishorn (Nord) an der Pyhrnautobahn (A9) zwischen Treglwang und Trieben (Steiermark). Saubere Toiletten, eindeutig beschildert, sehr gepflegt und großzügig angelegt mit Duschen, Notruf, Videoüberwachung, Klettergarten für Kinder, schönen Picknickplätzen und problemlosen Zugang für Behinderte - all das konnte die Tester überzeugen. Gleich dahinter schaffte es Lanschütz an der Tauernautobahn (A10) auf Platz zwei im internationalen Test. Ebenfalls ein "sehr gut" fahren die Plätze in Herzogberg, Hinterbrühl und Schallaburg ein.

"Sehr mangelhaft" Krumpendorf an der A2

Krumpendorf an der A2 hat als einziger heimischer Rastplatz die Note "sehr mangelhaft" erhalten. In den Toiletten stank es nach Urin, die Picknicktische befanden sich gleich neben den Mistkübeln und die Ein- und Ausfahrtswege waren zu kurz, so die Tester. Inzwischen wurde eine neue Toiletteanlage in Betrieb genommen und der gesamte Parkplatz neu asphaltiert.

"Mangelhaft" Enns und Pinkafeld an der A2

Außerdem "mangelhaft" waren Enns (Süd) und Pinkafeld (West) an der A2. Auch Glannegg Ost (A10) und Fischamend Ost (Ostautobahn, A4) wurden beide mit nur "ausreichend" beurteilt.

Schlechtester Rastplatz in Italien

Der Testverlierer Castagnolasca liegt in Italien an der A12 (Livorno - Genua) zwischen Carrodano und Deiva Marina. Auf dem kleinen, sehr lauten Parkplatz direkt neben der Autobahn gibt es weder Toiletten noch Picknicktische, dafür aber reichlich Müll in den Grünflächen. Im Gegensatz dazu findet man mit Val di Sona bei Peschiera südlich des Gardasees eine tolle italienische Anlage mit Note "sehr gut".

Kaum Beanstandungen für Plätze in Ungarn und Kroatien

Fast nichts gab es auf den getesteten ungarischen Rastplätzen zu beanstanden. Besser schnitt nur noch Kroatien ab, das augenscheinlich hohe Bemühungen setzt, den Anforderungen des zunehmenden Tourismus gerecht zu werden.

Bewertungskriterien

Die Tester waren zwischen 16. April und 10. Mai 2009 in 18 europäischen Ländern unterwegs. Jeder Rastplatz wurde an verschiedenen Tagen einmal tagsüber und einmal in der Nacht begutachtet. Bewertet wurden Verkehr und Parkmöglichkeiten, Sanitäranlagen, Außenbereich und persönliche Sicherheit der Besucher. (APA)

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    Zwei gegensätzliche getestet Beispiele von Toilettanlagen an Autobahnrastplätzen. In einem EuroTest testeten ÖAMTC und dessen europäische Partnerclubs 101 Autobahn-Rastplätze in der gesamten EU

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    Krisensicheres Geschäft

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