Geschäftsjahr 2008/09

Immoeast schreibt Milliardenverlust

20. August 2009, 09:02

Nach einem Gewinn von 266 Millionen Euro im Jahr davor, verzeichnet der Immobilien-Entwickler heuer einen Vorsteuerverlust von 2,6 Milliarden Euro

Wien - Der börsenotierte heimische Immobilienentwickler Immoeast hat im Geschäftsjahr 2008/09 einen Vorsteuerverlust von 2,6 Mrd. Euro eingefahren, nach einem Gewinn von 266 Mio. Euro im Jahr davor. Der operative Verlust (Ebit) machte 1,7 Mrd. Euro aus, nach einem Gewinn von 15 Mio. im Vorjahr. Im Finanzergebnis wies das Unternehmen einen Verlust von 913,2 Mio. Euro aus, nach einem Gewinn von 251 Mio. Euro im Jahr davor.

Die Liegenschaften mussten um 913,2 Mio. Euro abgewertet werden, die Abschreibungen auf Entwicklungsprojekte, Firmenwerte und Forderungen schlugen mit 822,9 Mio. Euro zu Buche. Darin sei eine Teilabwertung von 171,3 Mio. Euro der Forderung gegenüber der Constantia Packaging B.V. aus dem sogenannten 'IBAG-Bond' auf EUR 350 Mio. enthalten. Darüber hinaus drohen Verluste aus fertig zu stellenden Entwicklungsprojekten in der Höhe von EUR -141 Mio. Ohne Berücksichtigung der positiven bilanziellen Wechselkurseffekte hätte die Neubewertung des Immobilienvermögens -1.377,6 Mio. Euro betragen.

In Summe sei es "das schwierigste Geschäftsjahr seit der Unternehmensgründung" gewesen. Gründe seien die Wirtschaftskrise und die "vom Management durch die Constantia Privatbank AG verursachten Malversationen", so die Unternehmensaussendung. Positiv sei der Erwerb der Immoaustria, wodurch fast 1,8 Mrd. Euro an Forderungen gegenüber Gesellschaften des Immofinanz-Konzerns signifikant reduziert worden seien. Für das laufende Geschäftsjahr wird von einer weitgehend stabilen Situation ausgegangen, wobei Abwertungen in einzelnen Ländern und/oder Assetklassen in Osteuropa nicht auszuschließen sind.

"Operativ" verweist die Immofinanz darauf, dass die Mieterlöse um 28 Prozent von 220,7 Mio. Euro auf 282,7 Mio. Euro gestiegen seien. Der Umsatz habe um 37 Prozent von 297,2 Mio. Euro auf 407 Mio. Euro zugelegt. Das Ebitda, also der Erlös vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag mit 163,4 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 146,1 Mio. Euro.

Abwertungen

Beim Rückgang des Finanzergebnisses entfielen 367,5 Mio. Euro auf Abwertungen bei den assoziierten Unternehmungen (insbesondere Trigranit), 331,2 Mio. Euro auf Wechselkurseffekte und 219,6 Mio. auf die Bewertung von Finanzinstrumenten heißt es in der Aussendung.

Der Buchwert je Aktie beträgt 6,45 Euro, nach 9,42 Euro im Vorjahr und der NAV (Net Asset Value) je Aktie 7,09 Euro nach 10,27 Euro ein Jahr zuvor. Der Verlust je Aktie erreichte -2,85 Euro - ein Jahr davor war es ein Gewinn von 0,21 Euro je Aktie.

Die Kapitalstruktur der Immoeast könne "auch weiterhin als äußerst solide bezeichnet" werden. Der Immoeast-Konzern habe 5,4 Mrd. Euro Eigenkapital und eine Eigenkapitalquote von 50,5%. Im Einzelabschluss betrage das Eigenkapital zum 30. April 2009 5.24 Mrd. Euro. und die Eigenkapitalquote 84,4%. Der Jahresfehlbetrag im Einzelabschluss der Immoeast AG in Höhe von 2.1 Mrd. Euro. sei vor allem auf die Wertberichtigung von Forderungen aus der Konzernfinanzierung (in Höhe von 1.7 Mrd. Euro und auf die Abschreibung von Beteiligungsansätzen (589,6 Mio. Euro) zurück zu führen. Beide Effekte haben ihre Ursache in den Immobilienabwertungen. (APA)

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13 Postings
suboptimal
 
01
20.8.2009, 18:14
na so eine Überraschung aber auch

Wem gehört eigentlich gerade die BUWOG? Den einen Betrügern oder schon wieder den anderen?

immogeschaedigte.wordpress.com
 
00
20.8.2009, 16:48
Verlust und trotzdem stark

Nun gut. Die Eigenkapitalquote paßt, der Aktienkurs steigt, Forderungen an die Constantia Packing über € 600 Mio sind noch offen, die Verluste sind auf Wertberichtigungen zurückzuführen, scheinbar scheint alles richtig zu laufen. Irgendwie hat man aber das Gefühl, da stimmt trotzdem einiges nicht. Mal abwarten.http://immogeschaedigte.wordpress.com/

4311503
00
20.8.2009, 13:46
Neuer Vergleichsvorschlag

Wenn man sich den heute erschienenen Vergleichsvorschlag ansieht und dann den starken Anstieg der Immoeast er letzten Wochen, dann kann einem ja nur schwindlig werden. Offensichtlich hat hier massives Insidertrading stattgefunden. Ich hoffe die Schlafsäcke bei der FMA schauen sich das jetzt einmal genauer an.

chester nori
00
20.8.2009, 15:59

nicht gekauft?

etwas verpasst?

tief kaufen und hoch verkaufen und nicht umgekehrt (zwar eine binenweisheit, doch..)

diese News sind keine, da ohnedies alles im Wesentlichen seit Monaten bekannt und im Markt ist

auch ist evident, dass der Eigenkapitalanteil / Aktie in Relation zum Aktienkurs in einenm krassen missverhältnis steht

die masse kauft dann erst wieder wenn die allgemeine gier einsetzt und jeder alles haben muss und wundert sich später, dass man kein geld mehr damit verdient - denn verdient haben vorher die kapitalistenschweine, oder?

4311503
00
21.8.2009, 02:55
Keine Sorge

Habe mich aus denselben Gründen wie sie bei Kursen unter 1 eingedeckt.

Es ist nur sehr komisch, dass der Kurs nach den Monaten des Seitwärtsbewegens sich genau an dem Nachmittag, bevor die Ergebnisse bekannt wurden schon enorm bewegt hat. Und wie ich vor Kurzem vernommen habe war an diesem Nachmittag angeblich auch die Aufsichtsratssitzung der Immoeast. Auf dieser wurde dieser Vergleich sicher auch behandelt.

Der Discount zum NAV liegt mittlerweile ziemlich in derselben Bandbriten wie bei der einheimischen und europäischen Konkurrenz und hätte so einen enormen Anstieg alleine nicht erklärt. Dieser (teilweise neue) Vergleich dürfte also einigen schon früher bekannt gewesen sein und würde die Intensität des Anstieges erklären.

Marquis de Sade
 
00
20.8.2009, 21:27

sht! nicht auf die schimpfen, die mir später meine Aktien zu hohen Kursen wieder abkaufen, ja?

Ava Tar
02
20.8.2009, 13:08
Wer über die Immoeast mal kräftig lachen will

(oder Immoeast-Aktionär ist und mal kräftig weinen will)
=>
hier das Immoeast-"Schmankerl" aus Rumänien ;o)
http://binladenspenpal.blogspot.com/2009/08/r... dicht.html

Fähiges Management !

Michael Aires
10
20.8.2009, 11:39
Oooooch...

Mir tun die Immo-Spekulanten so leid.
Vielleicht sollten sie es wie Immo-Besitzer machen, krisenfestes weitgehendes Einkommen, das Jahr für Jahr einfach nur steigt.

Kris Hinber
00
20.8.2009, 12:38
Ebenfalls

danke, fürs "mehr-gönnen".
bin bei 0,42 eingestiegen (mit 8500€), jetzt "schei..." ich mich fast an, vor geldsegen.
danke, danke, danke, liebe immobranche

lg
kris

Ava Tar
00
20.8.2009, 14:45
Vielleicht

mußte der Keilertrupp, der die Scheine an Gutgläu an Risikosaverse^^ verhökert den zum Hausieren benötigten Bauchladeninhalt diesmal im Voraus bezahlen, und das gibt eine satte 2-Euro-Blase - könnte das sein ?

Ich wüprd mir als Investor jedenfalls mal obigen Link angucken und dann fragen, was im Portfolio denn so wirklich alles drin ist ;o)

Gerhard1967
00
20.8.2009, 13:06
Und Sie behalten die Aktien sicher ...

... länger als ein Jahr damit Sie keine Spekulationssteuer bezahlen? ^^

Liebe Grüße

Marquis de Sade
 
00
20.8.2009, 15:09

vermutlich wird er das sogar, ich übrigens auch. Warum sollte man verkaufen, solange der Trend nach oben geht UND die Aktie unter dem NAV gehandelt wird?

Wenn ich das Geld bräuchte, wärs was anderes...

Marquis de Sade
 
00
20.8.2009, 12:11

danke für Ihr Mitleid, ich bin aber bei 60cent eingestiegen und aktuell über 3€. Daß Sie dennoch Mitleid mit mir haben, mir also mehr gönnen, ehrt Sie, ist aber nicht zwingend notwendig.

mit tun hingegen die Leute leid, die erst dann auf "das gute alte Sparbuch zurückgreifen, wenn die Kronenzeitung ENDLICH die Börsen geißelt.

aber egal... viel Spaß noch mit allem, was Sie haben, außer Aktien.

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