Flughafen Wien bricht Gewinn weg

20. August 2009, 08:13
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Rückgang um ein Drittel - Ergebnis deutlich unter Analystenerwartung

Wien - Die rückläufigen Passagierzahlen am Flughafen Wien haben im ersten Halbjahr 2009 tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen: Das Betriebsergebnis (EBIT) brach um ein Drittel (33,2 Prozent) auf 46,7 Mio. Euro ein, das Periodenergebnis um 32,4 Prozent auf 34,1 Mio. Euro, teilte die wegen der Kostenexplosion beim derzeit gestoppten Bau des neuen Terminal Skylink in die Kritik geratene börsenotierten Flughafen Wien AG am Donnerstag mit. Analysten hatten mit deutlich geringeren Rückgängen gerechnet. Die Halbjahreszahlen wurden im Vorfeld einer außerordentlichen Hauptversammlung vorgelegt, die eine aktienrechtliche Sonderprüfung zu Skylink beschließen soll.

Der Umsatz lag in den ersten sechs Monaten mit 244,6 Mio. Euro um 10,3 Prozent unter dem Vorjahreswert und ebenfalls deutlich schlechter als vom Markt erwartet. Analysten waren nur von einem Minus von 4,5 Prozent ausgegangen. Der Flughafen betont allerdings, dass der Rückgang unter jenem in der Verkehrsentwicklung gelegen sei. Die Zahl der Passagiere ist im ersten Halbjahr um 12,7 Prozent auf 8,43 Millionen geschrumpft.

Verhaltene Aussichten

Für das Gesamtjahr rechnet der Wiener Airport weiter mit einem Passagierminus von 9 Prozent. Eine Prognose zum Ergebnis wird weiterhin nicht gegeben. Zum Hauptthema der heutigen Aktionärsversammlung, Skylink, bekräftigt der Flughafen Wien, das Projekt solle bis Juli 2011 baulich abgeschlossen sein. Ziel des Ende Juni verhängten Baustopps sei es, die prognostizierten Kosten von derzeit 830 Mio. Euro zu unterschreiten. Die EU-weite Neu-Ausschreibung für Projektsteuerung und örtliche Bauaufsicht sei bereits gestartet.

"Bis Ende September sollen fertiggestellte Leistungen abgerechnet oder allenfalls Verträge neu verhandelt beziehungsweise neu ausgeschrieben werden" hieß es in der Mitteilung.

Zweites Halbjahr wird weniger schlecht 

Der Flughafen Wien-Vorstandssprecher, Herbert Kaufmann, rechnet im zweiten Halbjahr mit geringeren Rückgängen bei den Passagieren als bisher. Schon im Juli sei das Minus mit rund 5 Prozent geringer ausgefallen als in den Monaten zuvor. Außerdem sei die Krise bereits im letzten Quartal 2008 zu spüren gewesen und daher die Ausgangsbasis nicht mehr so hoch wie in den ersten neun Monaten, sagte Kaufmann. Im Gesamtjahr 2009 rechnet der Flughafen weiter mit rund 18 Mio. Passagieren, um 9 Prozent weniger als 2008. Den Ergebniseinbruch in den ersten sechs Monaten erklärt er auch mit Sondereffekten.

Das Ergebnis der ersten sechs Monate sei "nicht wahnsinnig erfreulich", räumte Kaufmann ein, der Flughafen Wien könne sich von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung allerdings nicht abkoppeln. Der deutliche Umsatzrückgang von 10,3 Prozent führe bei einem sehr Fixkosten-dominierten Unternehmen wie dem Flughafen zwangsläufig zu einem Ergebnisminus.

Darüber hinaus habe es im zweiten Quartal "Sondereffekte" im Volumen von 9 bis 10 Mio. Euro gegeben. Diese rührten nach Angaben des Vorstandes zu etwa einem Drittel von nicht aktivierten Haustechnik-Planungsleistungen beim mittlerweile gestoppten Bau des neuen Terminal Skylink her, die möglicherweise nicht verwendet werden. Weitere rund 3 Mio. Euro seien auf höhere Wertberichtigungen im Zuge der Wirtschaftskrise zurückzuführen und weitere etwa drei Mio. Euro auf zu hoch angesetzte Sicherheitsgebühren. Ohne diese Einmaleffekte wären die Zahlen genau bei den Erwartungen der heimischen Analysten gelegen, sagte Kaufmann. (APA)

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