Sicherheitskräfte räumen Versäumnisse ein

20. August 2009, 19:01
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Zehn Funktionäre nach Anschlagsserie festgenommen

Bagdad - Nach der Anschlagsserie in der irakischen Hauptstadt Bagdad am Mittwoch, bei der bis zu 100 Menschen getötet und Hunderte verletzt wurden, sind nach offiziellen Angaben zehn Sicherheitsfunktionäre festgenommen worden. Hintergrund sei eine Untersuchung wegen Verletzungen der Sicherheitsvorschriften, teilte das Amt des Bagdader Sicherheitschefs mit. Die irakischen Sicherheitskräfte räumten eine Mitverantwortung ein, weil sie die Taten nicht verhindert hätten.

Erst vor wenigen Wochen waren die Sicherheitsmaßnahmen in Bagdad zurückgestuft worden, Betonwälle und Checkpoints sollten teilweise entfernt werden. Auch in der Internationalen Zone, in der sich die US-Botschaft, aber auch das Parlament und das Büro des Ministerpräsidenten befindet, wurde die Sicherheit offiziell in die Hände der Iraker gelegt.

Am Donnerstagvormittag wurde ein weiterer Anschlag verübt, die Explosion eines mit Sprengstoff präparierten Fahrrads tötete zwei Personen. Die USA, die Ende Juli ihre Truppen aus den städtischen Gebieten im Irak zurückgezogen haben, sicherten dem Golfstaat eine Fortsetzung der Sicherheitszusammenarbeit zu. Ein Sicherheitsabkommen zwischen den beiden Ländern sieht den Abzug der US-Truppen bis 2012 vor. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte bei einem Irak-Besuch im Juli eine leichte Beschleunigung ins Gespräch gebracht.
Talabani fordert Einigkeit

Bei dem größten der Anschläge von Mittwoch mit etwa 60 Toten beim Außenministerium nahe der Internationalen Zone wurde auch ein Vizeaußenminister getötet. Premier Nuri al-Maliki sagte, die Regierung müsse das Sicherheitssystem erneut überprüfen. Präsident Jalal Talabani forderte die Sicherheitskräfte zu mehr Wachsamkeit auf. Aber auch die politischen Gruppen müssten nun Einigkeit zeigen. (Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2009)

 

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    Der Anschlag vor dem irakischen Außenministerium hinterließ schwere Verwüstungen.

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