Parteiaustritt Marina Silvas nach dreißig Jahren Mitgliedschaft
Brasilia - Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da
Silva hat eine seiner wichtigsten Verbündeten verloren: Die frühere
Umweltministerin Marina Silva erklärte am Mittwoch ihren Austritt aus
Lulas Arbeiterpartei (PT), der sie 30 Jahre lang angehörte. Die 51-
Jährige war eine der engsten und ältesten politischen Weggefährtinnen
Lulas. Sie erwägt einen Wechsel zur Grünen-Partei (PV), die ihr die
Spitzenkandidatur für die Präsidentschaftswahl 2010 angeboten haben.
Die Politikerin und Senatorin hatte ihr Amt als Umweltministerin 2008
aus Enttäuschung über die mangelnde Unterstützung für ihre Politik in
der Regierung aufgegeben.
Es wird allgemein erwartet, dass sie schon bald ihren Beitritt zu
den Grünen verkündet. Sie habe sich noch nicht entschieden und wolle
nun erst Gespräche mit der PV führen, sagte Silva. Die Grünen selbst
verkündeten dagegen bereits eine Einigung in allen politischen Fragen
mit Silva und beraumten schon mal einen Parteitag sowie eine
Vorstandssitzung für Ende August an, wo sie ihr Neumitglied und die
mutmaßliche Spitzenkandidatin präsentieren wollen. Es hänge nur noch
von der offiziellen Verkündung der jetzigen Ex-PT-Politikerin ab.
Sollte sich Silva für die Grünen und eine Kandidatur entscheiden,
stünde sie 2010 auch in direkter Konkurrenz zu Lulas Wunsch-
Kandidatin, Präsidialamtsministerin Dilma Rousseff. Lula selbst kann
nach zwei Amtszeiten im nächsten Jahr nicht mehr antreten. Auch ein
weiteres prominentes Ex-Mitglied der Lula-Regierung, der Musiker und
frühere Kulturminister Gilberto Gil, signalisierte seine
grundsätzliche Bereitschaft, sich als Vize-Kandidat in einem Team von
Marina Silva aufstellen zu lassen. Dies werde er aber mit Silva
selbst besprechen, wenn er eingeladen werde. (APA/dpa)