Vier Tage für Friederike Mayröcker

19. August 2009, 21:05
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Die Gmundner Festwochen widmen der großen Dichterin bis Sonntag ein Fest mit Lesungen, Konzerten, Filmen und Gesprächen

Umfang und Vielfalt ihres Schaffens sind beeindruckend. In Otto Basils Plan veröffentlicht Friederike Mayröcker 1946 erstmals Lyrik und ist von da an Teil der österreichischen Nachkriegsavantgarde. Sie trifft auf Hans Weigel und Andreas Okopenko und macht sich schon einen Namen, bevor sie 1954 ihren "Hand- und Herzgefährten" Ernst Jandl kennenlernt. Auf erste surrealistische und experimentelle Texte folgen Hörspiele, szenische Prosa, Kinderbücher, schließlich auch große Lyrikbände und Prosabücher.

In Letzteren legt die Sprachartistin auch die Art ihres Schreibens dar. Aus einem geradezu manischen Sammelprozess, dem fortwährenden Notieren von Wahrnehmungen und Empfindungen, tritt eine nach und nach reduzierte Prosa hervor, die ästhetische Autonomie für sich beanspruchen kann. Solches konstatiert Klaus Kastberger, der gemeinsam mit Intendantin Jutta Skottan durch das viertägige Fest begleitet, das die Gmundner Festwochen heuer für die Poetin ausrichten.

Zum Auftakt spricht Franz Schuh mit Mayröcker über die ihr eigene, andere Form von Prosa. Im Anschluss daran liest sie selbst aus den Magischen Blättern. Konzerte, Filme, Gespräche mit künstlerischen Weggefährten und natürlich Lesungen stehen bis Sonntag auf dem Programm. (wo / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2009)

 

 Gmunden, Hipphalle und Stadttheater, 07612/706 30. 20.-23. 8.

www.festwochen-gmunden.at

 

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    foto: festival gmunden
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