Justiz-Affäre

Grüne: "Whistleblower" gesetzlich schützen

19. August 2009, 18:31
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    foto: cremer

    "Whistleblower" gehören geschützt - das sagen zumindest die Grünen.

Während die Justiz nach dem "Täter" sucht, der interne Akten weitergegeben hat, wollen die Grünen solche Hinweisgeber rechtlich schützen

Wien - 54.726 Zugriffe, 1875 Eingänge, die zu über tausend Sachverhalten führen, 21 Verurteilungen und zig Verfahren in Bearbeitung oder im Vorerhebungsstadium - seit 2003 können sich im deutschen Bundesland Niedersachsen beim Landeskriminalamt (LKA) "Whistleblower" - Personen, die Missstände aufzeigen wollen - anonym via Internet melden und unerkannt mit den Beamten kommunizieren. "Das System ist absolut sinnvoll. Wir erhalten wertvollste Informationen", heißt es beim LKA. Baden-Württemberg wird das Projekt bald übernehmen.

"So etwas würde ich befürworten", blickt der Leiter der Korruptionsstaatsanwaltschaft, Walter Geyer, neidvoll über die Landesgrenze. Zurückhaltend äußert er sich bei Fragen des Whistleblower-Schutzes. Im Bereich der Beamtenschaft, glaubt er, würde "größte Transparenz" helfen, denn dann, so glaubt er, bräuchte es vielleicht solche Hinweisgeber nicht mehr.

Gesetzesinitiative im Herbst

Bei den Grünen sieht man das anders. Justizsprecher Albert Steinhauser will im Herbst eine Gesetzesinitiative starten. "Das Problembewusstsein ist noch nicht entwickelt; dass das Anprangern von Missständen eben kein Hochverrat ist", sagt er im Gespräch mit dem Standard. Entscheidend sei, dass der "Whistleblower" vor folgenden Sanktionen oder Diskriminierungen geschützt werde. Dafür müssten auch die zuständige Stellen, bei denen Hinweise einlangen, definiert werden: "Es kann die Korruptionsstaatsanwaltschaft sein. Es gibt aber auch andere Behörden mit Kontrollaufträgen."

Steinhauser verweist auf das Beispiel USA, wo "Whistleblower" durch viele Gesetze geschützt sind. Ein Beispiel: Der Military Whistleblower Protection Act gestattet es Armeeangehörigen mit jedem Kongressmitglied in Kontakt zu treten, auch wenn die Gefahr besteht, dass Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Im Justizministerium will man eine Straffreiheit für Whistleblower nicht einmal andenken: "Das kann nicht sein" , sagt der Sprecher von Claudia Bandion-Ortner für die Ministerin. "Das würde die Amtsverschwiegenheit ad absurdum führen." Nicht einmal, wenn der Aufdecker berechtigte Missstände ans Tageslicht bringt, soll es eine Ausnahme geben. Sprecher Paul Hefele: "Wer beurteilt das dann, wann ein Bruch der Amtsverschwiegenheit gerechtfertigt ist? Das darf man nicht dem einzelnen Beamten überlassen."

"Wir machen nicht auf Soko-Kabinett"

Was die Suche nach jenem "Täter" anlangt, den Bandion-Ortner nach Veröffentlichung der Ortstafelakten überführen wollte, ist man im Ministerium noch nicht weitergekommen. Das sei "Gott sei Dank auch nicht unsere Aufgabe" . Die Ministerin habe auch nicht vor, mit jeder Person, die Zugang zum Verschlussakt hatte, das Gespräch zu suchen: "Wir machen nicht auf Soko-Kabinett."

Wohl auch deshalb, weil der Kreis der Zugriffsberechtigten nicht vollständig konkretisierbar ist. Neben dem Kärntner Staatsanwalt, der Oberstaatsanwaltschaft und deren Kanzleimitarbeitern kommen im Haus neben dem Sektions- und dem Abteilungsleiter, dem Fachreferenten, den Schreibkräften, dem früheren und dem amtierenden Kabinettschef, auch die von diesen mit Einsichtsbefugnis ausgestattete Mitarbeiter in Betracht. Zu viele Beteiligte für ein Beichtstuhlverfahren.

Trotzdem stellt man im Ministerium natürlich Überlegungen an, wer die vertraulichen Akten rausgespielt haben könnte. Mit zwei Denkvarianten: Entweder der Informant hatte wirklich nur Zugang zu Dokumenten älteren Datums - das würde den Täterkreis einengen. Oder es wurden ganz gezielt nur ältere Dokumente veröffentlicht, um die Nachforschungen in eine falsche Richtung zu lenken. Jetzt wartet man auf erste Einvernahmen durch die Korruptionsstaatsanwaltschaft. (Peter Mayr und Karin Moser/DER STANDARD-Printausgabe, 20. August 2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 171
1 2 3 4
Pol e Mike
161
21.8.2009, 11:21
Das Wort heißt: Denunziant

Und es ist typisch, daß gerade die Grünen Totalitaristen das Denunziantentum hoffähig machen wollen!

Tja: 5% werden nächstes mal schwer für die GrünInnen

johannes mayer1
01
22.8.2009, 22:20
ad Pol e Mike

Wer hat Ihnen derart ins Hirn gesch ..... en????

Drizzle
 
13
22.8.2009, 15:11

du bist wirklich sauber bescheuert.

remon
06
21.8.2009, 21:22

das wort heißt: transparenz

also dann ...
05
21.8.2009, 12:29
nee ... das wort heisst : Z I V I L - C O U R A G E !

natürlich hat dieses wort...
für poster wie sie - keinerlei bedeutung.

human ic
01
21.8.2009, 12:27

ich schätz das sind nur ganz wenige die ein aufdecken von misständen solcherarts geringschätzen.

einfach_schwer_verwirrt
50
21.8.2009, 12:51

naja...leider so gut wie die gesamte Politik und die die was zu sagen haben (inklusive Grüne - die treten ja nicht gerade in den Vordergrund bei der Justizaffäre)

creep
03
21.8.2009, 21:58
wirklich, einfach_schwer_verwirrt.

die grünen treten nicht..wtf?!
hast du den artikel!! oben! gelesen und verstanden?

Geraldines_Tante
03
20.8.2009, 20:35
Das darf man nicht dem einzelnen Beamten überlassen

aber genau DAS tut man derzeit.
Nur dass der einzelne Beamte derzeit der Herr Sektionschef ist, der ja am Besten weiß, was für Staat, Bevölkerung, Politiker und Beamtenapparat das Beste ist.

buresch
41
20.8.2009, 18:54
aber die "whistleblower" in den eigenen reihen

werden nicht gesetzlich geschützt sondern ohne rücksicht auf arbeitnehmerrechte fristlos entlassen.
man erinnere sich an "einE einzelneR MitarbeiterIn".
bei sich selbst haben die grünen "whistleblowing" nämlich gar nicht gern. glaubwürdig?

dersuchende
04
21.8.2009, 09:50
hä ?

das is aber a bissssssssi was anderes gewesen, hier gehts um staatliche angelegenheiten ...

JosyH1
05
20.8.2009, 18:28
Ah hallo - die Poster aus den Parteizentralen der Großparteien sind auch schon da

-der Vorschlag scheint euch besonders aufzuregen, nicht?

Wenn da einer einfach politische Einflußnahmen, Korruption und Freunderldienste - ohne dies einfach nicht geht bei euch - abschaffen will!
Na Deibel aber eins - alle Mann (und Frau) ran an die Tastaturen und raus mit Fehlinformion, Anschüttungen usw.

Leider durchschaubar...

Mr. Hyde sen.
05
20.8.2009, 17:07
Eine typische Art, wie in Österreich mit Korruption und Freunderlwirtschaft umgegangen wird:

- ein Hinweis führt zur Entdeckung eines Skandals,
- die Presse sucht den Schuldigen,
- die Polizei die Lücke.

- Der Informant wird bestraft,
- der Schuldige wird nach politischem Bedarf und Machtverhältnis ermittelt,
- und ein neues Gesetz schützt die Beteiligten, welches als Konsequenz der Affäre und Verbesserung der Demokratie verkauft wird.

also dann ...
04
20.8.2009, 15:55
heeiiiiiiii ... d a s ist ja ein sehr guter vorschlag !

ein tipp : diesen gleich
- zusätzlich ! - mit dem bankgeheimnis junktimieren.

schnelll und geräusch-voll...
NÄGEL MIT KÖPFEN MACHEN !

fabrikant
132
20.8.2009, 15:44

die grünInnen träumen halt immer noch vom guten alten stasi.wesen....

perau1
 
01
22.8.2009, 02:31

hm, spitzelaffaire, amts-/machtmissbrauch im innenministerium, spitzeltum durch övp um ihren hauptfeind spö im wahlkampf zu verleumden (zugriffe auf das bawag-konto der spö, das den medien zugespielt wurde, obwohl es kein schuldhaftes verhalten der spö hergab und anweisung an fma und önb verbindung spö mit bawag/ögb herstellen und die övp als retter hinzustellen etc.), verbotenerweise strafakte von unliebsamen durch innenmin. und seine mitarbeitern veröffentlichen, auch wenn es nur um eine wirthausrauferei ging, um diese menschen als straffällig hinzustellen und den boden für ablehnung dieser menschen zu bereiten usw usf. - alle diese vorfälle passierten im rechten eck.

Placebo
 
00
21.8.2009, 09:54
Als Alptraum, während alle anderen diesen Traum längst ausleben und ihre SPitzel durch die Politik jagen...

LCD
02
20.8.2009, 18:32

Aber sonst gehts ihnen noch gut?

W.Hammerl
153
20.8.2009, 15:22

Die Grünen werden in ihren Forderungen immer dümmer. Vor Monaten hefteten sie sich noch den Datenschutz auf ihre Fahnen und heute wollen sie die Vernaderer schützen, weil man Herrn Pilz sonst fragen müsste, wie er zu seinen Informationen gekommen ist. Was macht man nicht alles, wenn man sich Vorteile davon erhofft?

perau1
 
01
22.8.2009, 02:37

wenn man am rechten auge blind ist, sieht man nicht, dass die rechten parteien, inkl. der övp inkl. dem övp-innenministerIn und seinen mitarbeiter, den datenschutz verletzen um stimmung gegen ihr unliebsamen menschen zu machen und den boden für ablehnung dieser menschen aufzubereiten.
eigenartigerweise verteidigen si esolches vorgehen wenn es von rechts kommt.

Placebo
 
03
21.8.2009, 09:56
Wie der Pilz zu den Infos kam sollte Wurscht sein.

Interessiert dich kein bisschen, wieso hier die TÄTER geschützt werden, und jene, die die TAT publik machen (Pilz + Informanten) als Verräter gelten?

Weisst was, ich steh auf diese "Verräter". Bleib du bei deiner blau/schwarzen Stasi...

Olgas1
16
20.8.2009, 17:15

Es ist auffallend, dass gerade bekannte rechte Poster bestimmte Dinge nicht verstehen wollen, was sie allerdings zweifelhaft macht. Datenschutz soll sensible, persönliche Daten vor Missbrauch und Amtsmissbrauch schützen, aber nicht Verbrechen. Verbrechen und Amtsmissbrauch sollten keinen Schutz bekommen.
Wie das rechtschaffend bewerkstelligt werden kann, müssen Experten befinden.

Andreas Schneider
00
26.8.2009, 12:13

was seit beginn des webstandards auffällt, ist die bedauerlich geringe anzahl rechter oder konservativer stammposter, die mit einem mindestmaß an anstand und durchblick gesegnet sind.

die meisten rechten dauer-poster verfügen weder über das eine noch über das andere, wie bei diesem thema exemplarisch zu erkennen.

dersuchende
04
21.8.2009, 09:51
@olgas

wie schon ein vorposter in einem anderen beitrag von sich gab, einige hier haben ein abstraktionsvermögen von einem goldfisch, wobei der goldfisch kann ja nix dafür

The Dark
10
20.8.2009, 18:26
wenn ich also in Zukunft der Meinung bin

dass mein ausländischer Nachbar "angezeigt" gehört kann ich das also ohne Probleme machen, weil ich dann ja keine "Angst" haben muss dass er je erfährt wer ihn da angezeigt hat? Weil nicht anders funktioniert das mit dem "Whistleblower".

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