US-Autoindustrie kommt langsam in die Gänge

19. August 2009, 17:56
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Verschrottungsprämie treibt Nachfrage an

Verschrottungsprämie treibt Nachfrage an - Vorentscheidung für GM-Tochter Opel am Freitag erwartet

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Dearborn/Detroit/NewYork - Für die US-Autohersteller zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab. Nachdem es mit der amerikanischen Autoindustrie seit Beginn der Wirtschaftskrise stetig bergab ging, konnten die beiden größten US-Autohersteller Ford und General Motors (GM) im Juli leichte Absatzzuwächse verzeichnen.

Ford kündigte daraufhin an, die Produktion um 10.000 Fahrzeuge auf ingesamt 495.000 Stück aufzustocken. Im letzten Quartal 2009 will der zweitgrößte US-Autohersteller sogar insgesamt 570.000 Wagen fertigen. Ford ist bisher, im Gegensatz zu GM, ohne Milliardensubventionen durch die US-Regierung ausgekommen.

Aber auch der teilverstaatlichte GM-Konzern will seine Produktion hochfahren. Angesichts steigender Absatzzahlen will der größte US-Autohersteller in der zweiten Jahreshälfte 2009 um 60.000 Autos mehr produzieren als urspünglich geplant. Davon profitiert auch der amerikanische Arbeitsmarkt. So kündigte General Motors an 1350 ehemalige Mitarbeiter wieder einzustellen.

Grund für diesen Aufwärtstrend sieht der GM-Vizepräsident Tim Lee in der Verschrottungsprämie, die sich nach der Umweltfreundlichkeit des Neuwagens orientiert und bis zu 4500 Dollar (3200 Euro) betragen kann. "Wir werden schnell aufstocken, um diesen Bedarf zu decken" verspricht Lee und bezieht sich dabei auf den gestiegenen Bedarf nach sparsamen Autos.

Im Rennen um die abgestoßene GM-Tochter Opel wird am Freitag eine Vorentscheidung erwartet. Der Verwaltungsrat von General Motors wird dann über die Angebote für Opel beraten. Eine genaue Auskunft, welchen der beiden Bieter, Magna oder den Finanzinvestor RHJI, die Amerikaner bevorzugen, wollte der GM-Vorstand nicht geben. Empfehlung für einen der beiden Bieter wolle man mit der deutschen Regierung abstimmen, hieß es.

Während sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel für den austro-kanadischen Zulieferer Magna auspricht, sind, wie berichtet, Teile des GM-Managements für den US-Finanzinvestor RHJI.

Doch zu billig möchte Deutschland Opel an keinen der beiden Bieter verkaufen. So sollen Magna und RHJI laut Financial Times Deutschland mehr Eigenkapital riskieren. Für eine staatliche Absicherung seien mindestens zehn Prozent Eigenkapitalquote erforderlich. Verhandlungsnahe Kreise sagten, es sei legitim, ein wenig Druck zu machen. Magna und RHJI ließen verlautbaren, dass sie die Forderung nach mehr Eigenkapital nicht als Hinderungsgrund für eine Übernahme sehen. (dpa, Reuters, AFP, mpa, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2009)

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