Börse

Im Reich der Mitte breitet sich Panik aus

19. August 2009, 17:43

An Chinas Börse ist keine Entspannung in Sicht. Die Angst vor einem Liquiditätsengpass und anstehende Bankbilanzen verunsichern Investoren

An Chinas Börse ist keine Entspannung in Sicht. Die Angst vor einem Liquiditätsengpass und anstehende Bankbilanzen verunsichern Investoren. Experten warten nun auf eine Reaktion der chinesischen Regierung.

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Wien - Die chinesische Börse hat es am Mittwoch erneut schwer erwischt. Der Shanghai Composite Index (CSI) stürzte um 4,30 Prozent ab auf 2785,58 Punkte und markierte damit den tiefsten Stand seit zwei Monaten. In Summe büßte der Index in den vergangenen zwei Wochen rund 20 Prozent ein.

Als Begründung verwiesen Händler erneut auf Sorgen um ein Ende der lockeren Geldpolitik in China. Die chinesischen Behörden haben zuletzt die Kreditvergabe im Land massiv gedrosselt. Damit wächst die Sorge vor einem Liquiditätsengpass.

Aber auch die Sorge um das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte breitet sich weiter aus. Erste-Group-Analyst Ronald-Peter Stöferle: "Das Wirtschaftswachstum von 7,9 Prozent muss skeptisch betrachtet werden. Andere Indikatoren passen da nicht dazu." Als Beispiel nennt Stöferle den Stromverbrauch in China, der je nach Angaben zwei Prozent zugelegt oder aber auch fünf Prozent verloren hat. "Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen" , sagt der Analyst. Dass mit einem Stromverbrauch von plus/minus null ein Wirtschaftswachstum von 7,9 Prozent erwirtschaftet werden kann, müsse aber hinterfragt werden. Auch die Exportdaten passten nicht zu den Jubelmeldungen. Noch im Juni lagen die Exporte 21 Prozent im Minus.

Gestützt wurde die Konjunktur - die darunter leidet, dass die Binnennachfrage den Exportschwund nicht auffangen kann - zuletzt von der Regierung. Das Konjunkturprogramm von 14 Prozent des chinesischen Bruttoinlandsproduktes (4200 Mrd. US-Dollar) habe laut Experten "einiges bewirkt" .

Was macht die Regierung?

Im Markt macht sich mittlerweile aber auch Enttäuschung darüber breit, dass die chinesische Regierung bisher nichts gegen die Kursverluste unternommen hat. Zuletzt hatte die Regierung vergangenen Herbst nämlich massiv in den Markt eingegriffen und zur Beruhigung ein Verbot für Börsengänge (IPO) ausgesprochen. Zuvor waren die Märkte in China im Zuge der Finanzkrise allerdings um 65 Prozent eingebrochen. Dementsprechend groß war die Euphorie, als Ende Juni - zehn Monate nach dem Verbot - der Gang an den Kapitalmarkt wieder geöffnet wurde. Das erste IPO, vom Arzneimittelhersteller Guilin Sanjin, hatte einen Ansturm ausgelöst: Die Tranche für Privatinvestoren war 584-fach überzeichnet. Zuletzt legte die China State Construction Engineering Group den weltgrößten Börsengang seit mehr als einem Jahr hin. Die Aktie legte am ersten Handelstag um 65 Prozent zu.

Den jetzigen Ausverkauf begründen Händler auch mit der Skepsis vor den anstehenden Veröffentlichungen chinesischer Bankbilanzen. Das Problem ist auch, dass lokale institutionelle Investoren - etwa Versicherungen - mit ihrem Aktienanteil ohnehin schon am Limit sind und daher jetzt als Käufer ausfallen.

In der Krise 1997 hatte China eingegriffen und einen Staatsfonds gegründet, der zur Stützung der Märkte massiv Aktien gekauft hat. Jetzt warten Analysten gespannt auf ein Zeichen aus China. Denn in einem sind sich die Experten sicher: dass sich China auf dem Weg zur weltgrößten Volkswirtschaft von einem Einbruch an den Börsen nicht stoppen lassen wird. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2009)

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Ehemaliger ösi
00
20.8.2009, 17:52
Die China-Blase platzt jetzt! War auch überfällig !

Und ganauso schnell gehts dort auch wieder nach oben. Die Märkte in China liefen immer schon anders als die amerikanischen und europäischen.
Glückspiel ist/war dort verboten und die Chinesen sind eben manisch-depressive Zocker.
Dieses hysterische Auf und Ab kann man seit vielen Jahrzehnten an der Börse Hongkong beobachten.

also dann ...
00
20.8.2009, 15:47
w i e s o ... panik - nur weil

- die statistiken (wi-sachstum, exporte etc.) "geschönt" wurden...
- die exzesse nach oben in wilde träumereien endeten ... und nur man auf dem boden der REALität ankommt ? ? ?

heisse luft an den börsen... hat ja
längst nichts mehr mir der real-wirtschaft zu tun.
was zählt ist MAIN-STREET...nicht wall-street !

Beranek
00
20.8.2009, 15:30
20% Fall nach 50% Anstieg? Das ist halt ein volatiler Markt.

Lieber Standard, man sollte nicht auf die letzte Woche starren (bzw. einen Artikel dazu schreiben), sondern zu einer vernünftigen Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung kommen.

Fritz Wunderlich
01
20.8.2009, 16:52

anhand der börse???

Heiner Hanenkamp
01
20.8.2009, 18:23

Für manche ist das "die Wirtschaft".

wuzzelbaer
02
20.8.2009, 10:28
Ich will nicht überheblich klingen


aber ich habe aber immer schon gesagt und gedacht, dass auch die chinesische Palme nicht in den Himmel wächst.

Ich habe mich ja durchaus gefreut, dass sich ein armes Land wie China so dynamisch entwickelt. Aber ich schüttelte immer mehr den Kopf, dass fast alle Kommentatoren die "rasante Entwicklung in China und Indien" ohne den geringsten Zweifel in die Zukunft fortprojizierten. Es hat zuletzt nur noch genervt.
Wenn dort die Blase platzt wird man vieles anders sehen. vom Kapitalismus bis zum Klimawandel.

love is all you need
 
00
12.9.2009, 20:35
jain

auf niedrigem level wächst man einfacher, schneller.

und fact ist nunmal das dies passierte.
China hat Deutschland hinter sich gelassen.
mit etwas Glück hat man in 5 Jahren Japan eingeholt.

China ist DIE Werkbank der Welt. China wirds auch nach dem Platzen diverser Blasen sein.

Wo ich aber auch meine Schwierigkeiten habe, wenn man dieses prognosen jahrzehnte in die Zukunft erstellt.
politische änderungen usw. können hier schon einiges bremsen.
indien hat auch minderheiten, religionsprobleme usw.
teilweise noch vorhandenes kastenwesen.

Erwin Wolfram
00
20.8.2009, 09:00

wartens nur - gleich wird ein bekannter chinesischer politiker kommen und sagen, dass die derivate schuld sind und den banken einen kredit geben und sein gehalt fuer die weise staatsfuehrung erhoehen.

her wig
00
20.8.2009, 08:53

Die Chinesen treiben den Kapitalismus wirklich auf die Spitze, und dabei gab's vor ein paar Jahrzehnten noch Kommunismus und einen Bauernstaat.

chester nori
04
20.8.2009, 07:55

soll die regierung den spekulanten aktien überteuert abkaufen, damit dann nach einem bauchfleck (dann der regierung) wieder billig eingekauft werden kann?

ja, ja, so funktioniert marktwirtschaft

kompletter irrsinn

Sidlo
00
20.8.2009, 09:54
Leider spekulieren die Spekulanten eben insbesondere auch

auf die Schwäche staatlicher Institutionen und finden hier natürlich die allerfettesten Gewinnchancen, insbesonderen dann wenn man diese auch durch Lobbyismus noch zusätzlich schwächen kann. Die Spekulanten wissen eben genau, dass beim Platzen einer Blase immer irgendwelche öffentlichen Organisationen wie zb auch der IMF auf Kosten von Steuerzahlern als Beschützer auftreten und nützen das in ihrem Kalkül hemmungslos aus, indem sie sich bei Pyramidenspielen aller Art exzessiv beteiligen um dann beim Platzen der Blase in die weichen staatlichen Auffangnetze zu fallen und damit unglaubliche Renditen einstreichen. Nichts ist teurer und zerstörerischer als schwache Politiker und ein schacher Staat!

Dowdy
26
19.8.2009, 19:25
Raus, Raus, Raus aus China

wer die Vorzeichen der jüngsten Blase immer noch nicht erkannt hat und noch in China ist, selbst schuld.
Wir stehen unmittelbar vor einer starken Korrektur um nicht das Wort Crash zu verwenden.

Schnapphahn
01
20.8.2009, 07:29
Wer ist den drin in China?

Doch eh nur die Zocker.

The Dark
00
19.8.2009, 22:54
in knapp einem Monat

ist ja schließlich auch Oktober!

José Atento
72
19.8.2009, 18:22
Die Pessimisten sehen die Welt untergehen:

Gerald Celente in Russia Today:
http://www.youtube.com/watch?v=9... 3iyNg&NR=1

Solche Prognosen sind mir zu radikal, aber es ist auch nicht auszuschließen, dass es im weltweiten Amageddon endet.

Fritz Wunderlich
00
20.8.2009, 15:27

der ist unnötig wie ein kropf

José Atento
00
21.8.2009, 09:27

Natürlich kommen wir nicht weiter, wenn wir den Weltuntergang prophezeihen und auch noch glauben.
Die Welt wird NICHT untergehen, aber sie könnte sich eben radikal ändern.

JEDE große Krise ist ein wichtiges Warnsignal, dass man nicht so weitertun sollte wie zuvor.
Nimmt man die Warnung ernst und reagiert entsprechend, dann könnte man mit Schmerzen, aber glimpflich davonkommen.

Doch davon sehe ich weit und breit nichts!
Im Gegenteil die Methoden, die uns in den Fastabgrund getrieben hatten, werden noch weiter "verfeinert".

Fritz Wunderlich
00
22.8.2009, 10:09

da stimme ich zu, nur diesen typen halte ich für entbehrlich

The Dark
00
19.8.2009, 22:58
naja

tippe eher auf ein "Japan-Szenario".

Sprich kein Untergang, aber die nächsten 20 Jahre auch kein großartiges Wachstum.

Optimisten würden es als Stabilisierung auf niedrigem Niveau bezeichnen. Wobei ist ja auch nicht schlecht wenn es nicht noch weiter nach unten geht, oder?

José Atento
00
21.8.2009, 09:30
Das Japan- Szenario funktionierte deshalb,

weil Japan die Schulden in die ganze Welt verkaufen konnte und sie noch exportieren konnten. Doch die ganze Welt kann das den Japanern nicht so einfach nachmachen, denn wo gibt es derzeit einen Boom, der das wie in Japoan abfedern könnte?

clearlake
01
20.8.2009, 10:27
das japan szenario funktioniert in japan

nicht zuletzt wegen der japaner und ihrer art zu leben und zu arbeiten..... ob so ein szenario in anderen ländern gut geht ist noch nicht ausgetestet....

Schurke!
00
20.8.2009, 17:42
das japan szenario funktionierte nicht zuletzt

auf exportorientierung und billig zur verfügung gestellten kredit.
noch billigeres geld wie jetzt geht wohl nicht mehr. und wohin sollen wir jetzt noch exportieren?
man darf sehr gespannt sein wie die japaner mit der neuen lage umgehen.

clearlake
00
20.8.2009, 22:26
die japaner können mit allen lagen umgehen...

das macht sie nicht für alle sympathisch ist aber ein grund ihres erfolges, kann aber auch ins desaster führen (2WK)

Fritz Wunderlich
00
21.8.2009, 08:55

wenn die bank of japan praktisch keine zinsen verlangte, jahrelang, dann hatte das einen sehr japanischen grund, da konnten die neolibs der welt noch so unken
allerdings hat nicht jede nationalbank solche reserven

Schurke!
00
21.8.2009, 12:38
na toll

das ist überhaupt kein besonderer jap weg sondern eine triviale exportsubvention per währungssteuerung.
erst der billige jap kredit ermöglichte den für die weltwirtschaft ach so wertvollen carry trade. wie diese yen geldwalze wieder weltweit abgebaut werden kann erschliesst sich mir nicht wirklich.
welche reserve meinen Sie eigentlich? den jap notenbanker der mit dem finger auf einer zifferntaste hängen geblieben ist oder die $ reserven die sich leicht in luft auflösen können wenn irgendein anderer mitspieler nervös wird?

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