Ein Komet kam mit Spuren des Lebens

19. August 2009, 17:44
37 Postings

Impaktforscher Christian Koeberl findet Fund von Aminosäure Glyzin in einem Kometen "sehr interessant, aber nicht sensationell"

Wien - Dass die einfache Aminosäure Glyzin, ein grundlegender Baustein von Leben, erstmals in einem Kometen (Wild 2) entdeckt wurde, ist für den renommierten österreichischen Impaktforscher Christian Koeberl "ein sehr interessanter, aber nicht sensationeller Fund". Man wisse schon lange, "dass organische Moleküle im Universum zahlreich vorhanden sind". Bereits 2002 konnte Glyzin in interstellaren Wolken nachgewiesen werden. Koeberl verweist auch auf den Meteoriten Murchison, der 1969 in Australien einschlug: Auch in diesem Gestein seien Aminosäuren gefunden worden.

Die Nasa-Sonde "Stardust" hatte 2004 geringfügige Spuren von Glyzin im Schweif des Kometen gefunden. Erst jetzt konnte nachgewiesen werden, dass sie wirklich extraterrestrisch waren. Koeberl sieht damit die Theorie, dass das Leben irgendwo im Universum entstand und erst später auf die Erde kam, nicht bestätigt, "denn es handelt sich nur um Bausteine, nicht um Leben selbst" - und warnt davor, zu viel Sensation in solche Funde zu interpretieren. "Wir hören auch ständig, dass nun wirklich Wasser auf dem Mars entdeckt wurde. Dass es dort Wasser gibt, hat die Sonde 'Viking 1' in den 1970er-Jahren bestätigt." (pi, DER STANDARD/Printausgabe 20.8.2009)

Share if you care.