42-Jähriger Angestellter wollte Geheimnisse verraten - Komplize erschlich sich Zahlungen
Karlsruhe - Wegen des Verrates von Staatsgeheimnissen in
deutschen Vertretungen in Mazedonien und im Kosovo hat die deutsche
Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen 42-jährigen Mann erhoben. Der
Deutsche Anton Robert K. arbeitete etwa drei Jahre lang bis März 2008
als Angestellter im deutschen Verbindungsbüro in Pristina und in der
deutschen Botschaft in Skopje, wie die Behörde am Mittwoch in
Karlsruhe mitteilte.
Die Ermittler werfen K. vor, seinem mutmaßlichen Komplizen Murat
A. "nachrichtendienstlich schützenswerte Informationen" zugänglich
gemacht zu haben, obwohl das per Geheimhaltungsvorschrift verboten
war. Der 29-jährige A., der die mazedonische Staatsbürgerschaft
besitzt, wollte die Informationen an die mazedonische Mafia oder
einen fremden Geheimdienst weitergeben. Um welche Informationen es
dabei ging, gab die Behörde nicht bekannt.
Wegen der Taten wurde der 42-jährige Verdächtige vor dem
Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichtes München wegen Offenbarens
von Staatsgeheimnissen in einem besonders schweren Fall angeklagt.
Sein mutmaßlicher Komplize muss wegen Auskundschaftens von
Staatsgeheimnissen vor Gericht. Die beiden Männer wurden im März
festgenommen, kamen aber im April nach einer Haftbeschwerde auf
freien Fuß.
Beiden wird außerdem Betrug in mehreren besonders schweren Fällen
vorgeworfen. Hintergrund ist, dass Murat A. einen Verdienstausfall
geltend machte, obwohl er nur für Anton Robert K. arbeitete. So
erschlich er sich insgesamt 14.700 Euro, wie die Bundesanwaltschaft
mitteilte. Von dem Geld habe auch K. profitiert. "Die Angeschuldigten
beabsichtigten, sich auf diese Weise eine dauernde Einnahmequelle zu
verschaffen." Bei einer Verurteilung drohen beiden Verdächtigen
mehrjährige Haftstrafen. (APA/AP)