Tourismus: Kurzarbeit soll Jobs retten

26. März 2003, 16:29
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Bartenstein stimmt Kurzarbeitsmodell zu - Je 1.000 Arbeitsplätze bei Reisebüros und in Hotellerie betroffen

Wien - Heimische Reisebüros und die Hotellerie können auf Umsatzrückgänge wegen des Irak-Krieges mit Kurzarbeit gegensteuern. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat am Dienstag bei einem neuerlichen Treffen mit den Sozialpartnern und dem Arbeitsmarktservice AMS grünes Licht für diese Maßnahme gegeben.

Nach einem ersten "Tourismusgipfel" zu diesem Thema am Montag war noch die Bewertung als "Katastrophe" durch den Wirtschaftsminister erforderlich gewesen. Mit der Zustimmung des Ministers ist eine Kurzarbeitsregelung analog zu jener nach dem 11. September 2001 möglich. Ein entsprechendes Abkommen soll am Donnerstag dieser Woche unterzeichnet werden und am 1. April in Kraft treten, hieß es am Abend aus dem Wirtschaftsministerium.

Umsatzrückgang

Voraussetzung für das bewährte Kurzarbeitsmodell ist ein durch den Irak-Krieg verursachter Umsatzrückgang von zehn Prozent oder mehr in den Monaten März oder April gegenüber dem Vergleichszeitraum 2002 bei den betreffenden Betrieben. Vorgesehen ist die Kurzarbeits-Regelung vorerst für drei Monate, bei Bedarf kann sie um weitere drei Monate - also bis Ende September - verlängert werden.

Wie viele Unternehmen von der Möglichkeit zu Kurzarbeit Gebrauch machen, ist noch nicht absehbar. Betroffen von der Regelung seien bei Hotels und Reisebüros je rund 1.000 Arbeitsplätze, schätzt man beim Ministerium.

"Wichtiges Sicherheitsnetz"

Als "wichtiges Sicherheitsnetz" für die Beschäftigen in den Reisebüros und der Hotellerie bezeichnete Tourismus-Gewerkschafter Rudolf Kaske die neue Kurzarbeitsvereinbarung. Derzeit laufe es in der Branche noch ganz gut, allerdings drohe eine schleichenden Krise. (APA)

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AMS

  • Leere Tische, leere Stühle: Die Tourismusbranche fürchtet um ihr Geschäft in diesem Sommer, sollte sich der Irakkrieg länger hinziehen.
    foto: derstandard/cremer

    Leere Tische, leere Stühle: Die Tourismusbranche fürchtet um ihr Geschäft in diesem Sommer, sollte sich der Irakkrieg länger hinziehen.

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