Almodovar wird trotz Oscar nicht in Hollywood drehen

28. Jänner 2004, 12:22
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Der spanische Regisseur und Kritiker der pro-amerikanischen-Politik seiner Heimat bleibt auf Distanz zur Filmmetropole

Madrid - Trotz seines zweiten Oscars bleibt der spanische Erfolgsregisseur Pedro Almodóvar auf Distanz zu Hollywood. "Mit dem Geld eines großen amerikanischen Studios werde ich sicherlich keinen Film drehen", sagte der 51-Jährige am Montag im spanischen Rundfunk. Nicht auszuschließen sei aber ein Film in englischer Sprache. "Der muss aber nicht unbedingt in den USA entstehen."

Feier für den "bekanntesten Spanier nach Don Quijote"

Almodovars Geburtsort Calzada de Calatrava feierte den Oscar für das beste Drehbuch mit Feuerwerk und Jubelszenen auf den Straßen. Viele der 5000 Einwohner der Kleinstadt nahe Ciudad Real in der La- Mancha-Ebene verfolgten die Gala aus Hollywood in der Nacht auf einer Riesenleinwand im örtlichen Kulturzentrum. Der Regisseur, der wegen seiner Herkunft gerne auch als "bekanntester Spanier nach Don Quijote" bezeichnet wird, hatte bereits vor drei Jahren mit "Todo sobre mi madre" (Alles über meine Mutter) den Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film gewonnen.

"Eine Dosis Glück inmitten den Kriegshorrors"

In Spanien gehört der Regisseur unter den Filmemachern zu den schärfsten Kritikern der proamerikanischen Haltung der Madrider Regierung im Irak-Konflikt. Die Präsidentin der spanischen Filmakademie, die einstige Almodovar-Muse Marisa Paredes, nannte die Auszeichnung "eine Dosis Glück inmitten den Kriegshorrors". Zuletzt war es zwischen Almodovar und der Akademie zu Spannungen gekommen, weil sein Film nicht als Kandidat Spaniens für den Auslands-Oscar nominiert worden war. (APA/dpa)

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    Pedro Almodovar bei einer Friedensdemonstration

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