Minister ließen sich von bezahlten Shopperinnen loben

19. August 2009, 16:20
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Medien spotten über Luc Chatel und Herve Novelli

Frankreichs Erziehungs- und Handelsminister, Luc Chatel und Herve Novelli, besuchten am Montag in Begleitung zahlreicher Journalisten einen Supermarkt, um sich über die Einhaltung eines von der Regierung Sarkozy verfügten Preisstopps für Schulartikel zu informieren. In der Filiale der Kette Intermarche in Villeneuve-le-Roi außerhalb von Paris trafen sie zahlreiche Einkäuferinnen, die ihre Begeisterung über die billigen Stifte und Blöcke äußerten.

Eine perfekte Sommerloch-Geschichte also, die viele Medien übernahmen. Einzig der "France Info"-Journalistin Célia Quilleret fiel auf, dass eine der "Einkäuferinnen", die unvermittelt aus einem Seitengang auftauchten und die Politiker umringten, die Lokalpolitikerin Virginie Meyniel aus der Nachbargemeinde Vulaines-sur-Seine war. Die Sport- und Bildungsbeauftragte des 2500-Einwohner-Ortes gehört Präsident Sarkozys UMP an.

Blogger und linke Medien stürzten sich auf die Affäre und spotteten über die Minister, bis sich schließlich ein Sprecher des Handelskonzerns schützend vor die Politiker stellte: Die Supermarktkette habe „einige Angestellte eingeladen, anlässlich des Ministerbesuchs in der Filiale vorbeizukommen, Chatel und Novelli wussten nichts davon" ist in einer Aussendung zu lesen. Eine Sprecherin Luc Chatels und die Pressestelle der UMP verweigerten jeglichen Kommentar. (bed/derStandard.at, 19.8.2009)

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    Auch Präsident Sarkozy lässt sich gern im Supermarkt fotografieren.

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