Wieder Raketenangriff auf Kunduz

19. August 2009, 15:56
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Taliban kündigen Anschläge und Blockaden am Wahltag an

Kabul - Einen Tag vor den Präsidenten- und Provinzratswahlen in Afghanistan haben Aufständische die nordafghanische Stadt Kunduz nach offiziellen Angaben mit Raketen angegriffen. Der Sprecher des Provinzgouverneurs, Mahboobullah Sayedi, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die beiden Raketen seien am Mittwoch in der Nähe einer Fabrik in der Stadt eingeschlagen. Sie hätten keinen Schaden verursacht. Die Raketen seien aus dem Unruhedistrikt Khar Darah abgefeuert worden, wo zuletzt heftige Kämpfe getobt hatten. Andere Quellen sprachen von Mörserfeuer, nicht von Raketen. In Khar Darah ist derzeit die deutsche Bundeswehr im Einsatz. Die deutschen Soldaten unterstützen afghanische Sicherheitskräfte beim Schutz der Wahl.

Für den Wahltag kündigten die Taliban gewaltsame Übergriffe an. Auf einer Internetseite der Islamisten hieß es, 20 Selbstmordattentäter seien in die Hauptstadt eingedrungen, um die Wahl durch Anschläge zu vereiteln. Auch drohten die Extremisten Straßenblockaden an. "Von heute an bis zum Ablauf des Donnerstags werden alle Haupt- und Nebenstraßen für den Verkehr gesperrt sein und die Mujaheddin werden keine Verantwortung für Opfer übernehmen."

Die Taliban sind nach Einschätzung des Oberkommandierenden der Internationalen Schutztruppe ISAF so stark wie nie seit dem Sturz ihres Regimes vor knapp acht Jahren. "Die Lage hier ist ernst", sagte US-General Stanley McChrystal am Dienstag in einem Gespräch mit deutschsprachigen Medien im ISAF-Hauptquartier in Kabul. "Der Aufstand ist gewachsen." Der frühere deutsche ISAF-Stabschef General Bruno Kasdorf hatte vor Monaten gewarnt, es bestehe "ganz konkret" die Gefahr, dass die afghanische Bevölkerung zu den Taliban überlaufe. (APA/dpa)

 

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