Wegen Alkoholkonsum Verurteilte soll sich gegen Prügelstrafe wehren

25. August 2009, 12:42
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Ministerpräsident Razak hat sich in den Fall um die 32-Jährige, die als erste Frau im Land mit Stockschlägen bestraft wird, eingeschalten

Kuala Lumpur - Der malaysische Ministerpräsident Najib Razak hat die zu sechs Stockschlägen wegen Alkoholkonsums verurteilte Frau dazu aufgefordert, sich gegen das Urteil zu wehren. Zwar wolle er sich nicht in die Arbeit der Gerichte einmischen, sagte Najib bei einer Pressekonferenz am Dienstag in der Hauptstadt Kuala Lumpur. Er glaube aber, "dass die Behörden bei diesem Thema sensibel sind".

Razaks Aussagen wurden als Versuch gewertet, die Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, die Malaysia weltweit in die Schlagzeilen gebracht hatte und nach Einschätzung aus Regierungskreisen dem internationalen Ansehen des Landes schaden könnte.

Die zu sechs Schlägen mit einem Rohrstock und einer Geldstrafe verurteilte Kartika Sari Dewi Shukarno will aber keinen Einspruch einlegen, wie sie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte: "Kommt schon, schlagt mich mit dem Rohrstock, verschwendet nicht meine Zeit", sagte die Mutter von zwei Kindern in einem Telefongespräch. Die 32-Jährige hatte sich bei ihrem Prozess schuldig bekannt und eine öffentliche Vollstreckung der Strafe gefordert. Sie war im vergangenen Monat von einem muslimischen Gericht verurteilt worden, weil sie im Nachtclub eines Hotels Bier getrunken hatte.

Am Montag wurde ihre Bestrafung überraschend auf die Zeit nach dem Ende des Fastenmonats Ramadan verschoben. Mit Kartika war erstmals in Malaysia eine Frau nach islamischem Recht zu Stockschlägen verurteilt worden. Normalerweise ist diese Art der Bestrafung für Männer vorgesehen, die beispielsweise wegen Vergewaltigung oder Korruption verurteilt wurden. Einige PolitikerInnen und Frauenrechtsaktivistinnen hatten die Strafe als unverhältnismäßig und zu hart kritisiert.

Der Konsum von Alkohol ist MuslimInnen in Malaysia verboten. Wer ertappt wird, kommt aber meist mit einer Geldstrafe davon. Warum ausgerechnet die 32-Jährige so hart bestraft wurde, ist unklar. (APA/Ag.)

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