Niederlande

Islam-Wissenschaftler Ramadan entlassen

19. August 2009, 15:16

Die Universität in Rotterdam entlässt Tariq Ramadan wegen Auftritts in iranischem Staatsfernsehen

Amsterdam - Der Schweizer Islam-Wissenschaftler Tariq Ramadan wurde von der Erasmus-Universität in Rotterdam entlassen, weil er im iranischen Staatsfernsehen aufgetreten ist. Die Auftritte von Tariq Ramadan seien unvereinbar mit seinen Positionen in Rotterdam, teilten die Stadt Rotterdam und die Hochschule am Dienstag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Auch die Stadt entlasse Ramadan von seiner Position als "Berater für Integrationsfragen". An der Erasmus-Universität war er seit 2007 als Professor beschäftigt.

Sendung im Staatsfernsehen

Ramadan habe auch nach der umstrittenen Präsidentenwahl im Iran und der blutigen Niederschlagung der anschließenden Proteste weiter eine Sendung im Staatsfernsehen präsentiert, hieß es in der Erklärung. Dabei sei ihm offenbar nicht klar gewesen, welche Wirkung dies in Rotterdam und anderswo haben könne. Ramadan, der sich im Urlaub in Marokko aufhält, kündigte im niederländischen Rundfunk an, er werde die "naive und vereinfachte" Entscheidung anfechten.

Der seit Tagen unter Druck stehende Wissenschafter hatte vergangene Woche in einem offenen Brief erklärt, dass es sich bei der fraglichen Sendung um ein Diskussionsforum handle und dass er keine Verbindungen zur Regierung in Teheran habe. Er lehne Unterdrückung und Gewalt gegen Zivilpersonen ab und erwartete auch von der iranischen Regierung, dass diese einen transparenten, demokratischen Prozess respektiere, hieß es in dem von niederländischen Medien veröffentlichten Brief.

Kritik

Ramadan ist einer der bekanntesten Islam-Experten, die im Westen lehren. Er war in der Vergangenheit bereits wegen frauen-, schwulen- und Israel-feindlicher Äußerungen kritisiert worden. Der Schweizer Staatsbürger hat bereits an renommierten Universitäten in Frankreich, Großbritannien und den USA gelehrt. Die US-Regierung verhängte 2006 aber ein Einreiseverbot gegen ihn mit der Begründung, er habe eine mit der radikalislamischen Hamas in Verbindung stehende Hilfsorganisation finanziell unterstützt. (red, APA)

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nemo sander
00
29.8.2009, 19:04
Hier mal eine Tatsache, die seine Gegner nicht interessiert

a) "Weil er Demokratiedefizite in Ägypten, Saudi-Arabien, Tunesien, Libyen oder Syrien beklagte, darf er diese Länder nicht mehr bereisen"

b) "In einem offenen Brief kritisierten 20 Wissenschaftler der Universität den Entschluss. „Es handelt sich um eine politische Entscheidung, und wir sind darüber schockiert“, sagte der Wirtschaftswissenschaftsprofessor Arjo Klamer. In der niederländischen Zeitung „Volkskrant“ wies Klamer darauf hin, dass Ramadan auch eine Professur für Islamstudien in Oxford innehabe."

Quelle:
http://www.welt.de/politik/a... ellen.html

Nikos S.
10
25.8.2009, 14:35

ich halte diese entscheidung für in ordnung. zwar etwas hart und vielleicht überzogen, aber in ordnung. in diesen zeiten als hochrangige wissenschaftliche person im iranischen staatsfernsehen aufzutreten finde ich widerwertig! während exil-iraner in europa gegen diesen gottlosen gottesstaat protestieren darf es so etwas nicht geben..

nemo sander
00
29.8.2009, 18:49
was ist daran ehrenrührig, wenn er an einer diskussionssendung

teilnimmt? wollen sie auch alle diplomaten und westlichen ausländer, die im iran arbeiten oder geschäfte machen, frankreich sei hier besonders erwähnt, auch "bannen".
diese gesinnungsschnüffelei erinnert an stalinistische blockwart-systeme.

social unrest
23
23.8.2009, 00:30
er ist halt kein zionist

was für eine frechheit sondergleichen

rollo aller
12
21.8.2009, 18:38
eine frechheit

4green2
13
21.8.2009, 18:30

jaja,... die europäer... nichts hat sich verändert. oder besser nix neues im westen. von wegen tollerant...

die holländer sind alle paranoid... ich selbst wurde zeuge als ein holländischer professor an einer deutschen hochschule für den verbot des qurans ausgesprochen hat mit der begründung das es teufels werk ist. zudem hat er alle moslems alls terroristen bezeichnet. erstaunlich da es um eine ganz normale bwl vorlsung ging.

JAXCUBE
11
21.8.2009, 19:19

...mit welchem Grünzeug kämpfen sie?
Die Holländer haben die niedrigste Arbeitslosenrate,
sicher nicht, weil sie zuviel rauchen.

thomas 2
21
21.8.2009, 07:34
und sowas wird von den europäern auch noch "durchgefüttern" ?

nemo sander
00
29.8.2009, 18:52
er ist europäer, und lehrt an europäischen unis

er bekennt sich zum europäer-sein und verlangt es von den muslimen.
dass aber so ein ewiggestriger wie du durchgefüttert wird, belegt doch, wie fortgeschritten die zivilgesellschaft ist, wenn sie auch täglich kämpfen muss, gegen extremisten wie dich

Alaska Saedelaere
43
20.8.2009, 20:24
Jetzt müsste man halt auch ein paar katholische Theologen wegen schwulen- und frauenfeindlicher Aussagen entlassen.

Dann wäre die Welt ein Stückchen besser geworden.

graeslein
 
55
21.8.2009, 00:46

Grund für die Entlassung ist, dass Ramadan weiterhin eine Sendung des iranischen Fernsehens Press TV, das von der iranischen Regierung finanziert wird, die nach den Präsidentenwahlen vom Juni mit exzessiver Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen ist und die Meinungsäußerungsfreiheit unterdrückt.

Ich finde das geradezu erfrischend erfreulich, dass hier eine Universität ein Exempel statuiert, mit dem sie zum Ausdruck bringt, dass die Kooperation mit einem menschenverachtenden Schurkenstaat eine Person als Universitätslehrer an einer niederländischen Universität untragbar macht!

Nick Tameer
51
21.8.2009, 14:32

Ah, ähnlich erfrischend wie die Säuberung des Lehrkörpers von - eh schon wissen - unter den Nazis. Spielt keine Rolle, was er wirklich gemacht oder gesagt hat, aber es handelt sich bei ihm um ein unzuverlässiges, uneuropäisches Element und da setzt sich das gesunde Volksempfinden eben zur Wehr - ganz normal.

graeslein
 
31
21.8.2009, 23:43



Nein: nicht ähnlich! Die Juden haben mit niemandem kooperiert, der ein menschenverachtendes Regime unterhalten hatte.
Die Holländer mit dem NS Regime auf eine Stufe zu stellen ist eigentlich mehr als "stark".

die leibhaftige
10
26.8.2009, 21:51
San se wo dagegeng´rennt?

Ihre demagogische Impertinenz wird nur no von ihnana Intoleranz übertroff´n. Außerdem erfinden´s grod die Geschichte neu.

Nick Tameer
12
22.8.2009, 16:37

In solchen Diskussionen zeigt sich, wie schmal der Graben in Wahrheit ist, der Demokratie und Faschismus trennt

Ob es Juden (obgleich ggfs. generationenmlang nicht mehr religiös), "Kommunisten" (McCarthy) oder Mohameddaner sind - wer einmal als Feind definiert ist, dem werden gern mal von der rechtschaffenen Mehrheit unter Ansehn der Person alle Rechte abgesprochen. Sie sind z.B. Juristin und fragen beim Applaudieren noch nicht mal nach den juristischen Grundlage der Entlassung. Na wunderbar! Da bekommt man doch gleich volles Vertrauen in den Rechtsstaat.

graeslein
 
13
23.8.2009, 03:54
Wenn Sie es als faschistischen - und somit rechsstaatswidrigen Willkürakt verstehen, dass eine öffentlichrechtliche Institution von ihrer Disziplinargewalt gegen jemand Gebrauch macht,


der sich offfensichtlich in seiner Überzeugung von den Prinzipien einer freien westlichen Demokratie so weit entfert, dass er nicht zu erkennen vermag, was es auch für viele Muslime bedeutet, wenn sich einer der Ihren - aus dem Westen kommend - mit diesem unsäglichen, die Menschenrechte mißachtenden und sie als Ausdruck westlicher Dekadenz bezeichneden "Gottesstaat" insofene fraternisiert, in dessen Propaganda- und Jubelmedium aufzutreten und ihm daher das Dienstverhältnis vorzeitig aufgelöst wird, mag das Ihr Problem sein , aber nicht das eines Rechtsstaates.

Schlimmer noch, es muss all denjenigen als glatte Verhöhnung erscheinen, die - oft unter verheerenden Umständen - für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie gekämpft haben.

graeslein
 
21
23.8.2009, 03:21



Meiner Ansicht nach ist es ein Zeichen eines gefestigten Rechtsstaates, Figuren, die mit einem menschenverachtenden Regime kooperieren und in dessen medialer Propagandamaschinerie eine Rolle spielen, von den Universitäten zu entfernen. Zu groß ist die Gefahr, die Hörer in die falsche Richtung zu indoktrinieren.

Zu zögerliche Reaktionen sind ein Zeichen von Schwäche. Ähnliche Peinlichkeiten a la Borodajkevic, den man jahrelang unbehelligt antisemitische Haßparolen ex cathedra verkünden ließ (trotz der Verbotsgesetze), leistet sich eben Holland nicht.

Eine Universität als öffentlichrechtliche Institution übt natürlich auch die Disziplinarhoheit über seine Mitarbeiter aus, wozu auch das Professorenkollegium zählt.

Geraldines_Tante
56
20.8.2009, 18:06
und wieder einmal

ist so ein Kuckuckesei aufgeflogen.

Sie geben sich modern, integrationsbedacht, freundlich und sind doch nur eine nette Fassade für die dahinter verborgene häßliche Fratze des menschenverachtenden religiösen Wahns.

blickwinkel101
 
01
20.8.2009, 20:59
wen meinen Sie mit "Sie geben sich modern..."?

Nick Tameer
13
20.8.2009, 18:33

Haben Sie den Artikel gelesen? Bitte referieren Sie, was man ihm zum Vorwurf macht und fügen Sie bitte nichts hinzu!

Seine Auffassungen im Allgemeinen hat er übrigens schon länger öffentlich kund getan, z.B. im französischen Fernsehen.

Er soll jetzt übrigens einen neuen Job als Projektionsfläche haben.

fibiundchillie
13
21.8.2009, 10:39

Gerade Hr Ramadan ist ein Paradebeispiel: in den Public-Relations-auftritten "für die WEstler" zeichnet man ein weiches Bild des Islam, wendet man sich aber an die Gläubigen (in Arabisch o.a. Muttersprachen) wird tacheles geredet.
Gerade Hr Ramadan ist in FR dafür bekannt u kritisiert worden.
Dito Koranübersetzungen.
Diese Dinge kommen viel zu wenig in die Öffentlichkeit, da sie direkt aus den Communities kommen müssen. Welcher nicht-moslemische Europäer lernt schon arabisch?

Knieriem
12
20.8.2009, 18:00

Na, man muß das schon verstehen, daß der im iranischen TV nicht, wenn gerade Revolution auf den Straßen ist und tausende Unschuldige eingesperrt, geschlagen, vergewaltigt und erschossen werden, die kleinen Unschönheiten des islamischen Staates kritisieren wird. Natürlich spricht es sich leichter im iranischen TV über die (angebliche) Diskriminierung der Muslime in Europas Universitäten, als über den gewaltsamen Tod von Neda, oder? Zurück in Europa ist es natürlich wieder ein bißchen leichter das "Erschießen von Demonstranten" zu kritisieren. Gut, daß der, der ihn entlassen hat, auch Muslim ist. In Wien hätten sie diesen Mut nicht. Was hat Schakfeh eigentlich zu den Ereignissen im Iran gesagt?

Nick Tameer
10
22.8.2009, 16:42

Derjenige, der ihn entlassen hat, könnte - ich kenne seine Motive nicht, aber möglich wäre es - aus opportunistischen Geschtspunkten gehandelt haben, um in dieser Atmosphäre die eigene Unbedenklichkeit unter Beweis zu stellen.

Knieriem
00
23.8.2009, 15:07

Sind wir nicht alle irgendwo Opportunisten? Es könnte aber auch sein, daß er einer der europäischen, der westlichen Kultur und Geisteshaltung nicht abgeneigten, Moslems ist und deshalb so agiert hat.

Lupin 3.
 
411
20.8.2009, 16:07
Islam-Wissenschaftler?!

Wie soll das denn gehen? Das einzige was im Islam (bzw. allen Religionen) erforscht wird, sind neue Ausreden, wenn man auf Widersprüche und Grausamkeiten in einem der heiligen Bücher hinweist. (Das Problem ist, dass man schon allein mit so einer Aussage von einigen als XY-Hasser bezeichnet wird). Sowas darf wirklich nicht von der Allgemeinheit finanziert werden, egal ob durch irgendwelche Aussagen oder Tätigkeiten vorbelastet oder nicht.

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