Mubarak drängt USA zu mehr Druck auf Israel

19. August 2009, 14:39

Obama sieht "außergewöhnliche Chance für echte Fortschritte"

Washington - Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak drängt die US-Regierung, durch mehr Druck auf Israel eine umfassende Lösung des Nahost-Konflikts möglich zu machen. Für "provisorische Abkommen", bei denen nach den Vorstellungen der israelischen Führung insbesondere die Frage der Grenzziehung ausgeklammert werden soll, sei es jetzt zu spät, betonte Mubarak, der am Dienstag in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammengetroffen war, in einem CBS-Interview. Teil-Regelungen wären nicht akzeptabel.

Endstatus-Verhandlungen

Mubarak forderte vielmehr rasche israelisch-palästinensische Endstatus-Verhandlungen, die zum Entstehen eines lebensfähigen palästinensischen Staates im Westjordanland mit Ostjerusalem und im Gazastreifen führen müssten, und unterstrich, dass die Position des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas seit dem jüngsten Fatah-Kongress in Bethlehem gestärkt sei. Abbas macht weitere Verhandlungen von einem vollständigen israelischen Siedlungsstopp im Westjordanland abhängig. Ägypten arbeite auf das Ziel hin, "beide Parteien dazu zu bringen, dass sie sich zusammensetzen, und etwas (Zugeständnisse) von der israelischen und von der palästinensischen Seite zu erhalten. Wenn wir sie vielleicht dazu bringen, sich zusammenzusetzen, werden wir helfen", sagte Mubarak nach dem Treffen im Weißen Haus.

Offen für Neuanfang

Obama betonte nach der Zusammenkunft, dass alle Konfliktparteien im Nahen Osten zum Neuanfang bereit sein müssten, um die derzeitige "außergewöhnliche Chance für wahre Fortschritte" zu nutzen. Mubarak äußerte sich sehr lobend über Obamas historische Rede Anfang Juni in Kairo. "Die muslimische und die arabische Welt haben die Bedeutung des Kairo-Besuchs sehr geschätzt, denn die islamische Welt dachte, dass die USA gegen den Islam seien. Aber diese großartige, fantastische Rede hat alle diese Zweifel zerstreut", sagte der ägyptische Präsident.

Unmittelbar vor dem amerikanisch-ägyptischen Gipfel hatte die israelische Regierung durchsickern lassen, dass die Erteilung von Baugenehmigungen für Siedlungsprojekte im Westjordanland ausgesetzt sei. Das inoffizielle Moratorium beruhe auf einer gemeinsamen Entscheidung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Verteidigungsminister Ehud Barak und Wohnungsbauminister Ariel Atias, verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen in Jerusalem. Bereits erteilte Baugenehmigungen dürften jedoch abgeschlossen werden. Die staatlichen Aufträge machen im Westjordanland allerdings nur 40 Prozent der Siedlungsbauarbeiten aus.

Stopp des Siedlungsbaus und -ausbaus

Die US-Regierung sieht in einem Stopp des Siedlungsbaus und -ausbaus eine entscheidende Voraussetzung für die Wiederbelebung des Friedensprozesses. Im Juli war der israelische Botschafter in Washington deswegen ins US-Außenministerium zitiert worden. Am Dienstag hieß es aber, die Behörden hätten ein umstrittenes Neubauprojekt für 450 Wohneinheiten im Ostjerusalemer Viertel Pisgat Zeev genehmigt, wie "Haaretz" in seiner Wirtschaftsbeilage berichtete.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte gegenüber dem ägyptischen Staatschef auch "Fragen der Menschenrechte und der Demokratie" in dessen Land zur Sprache gebracht, wie Außenamtssprecher Philip Crowley bekanntgab. Unter dem Druck der USA hatte Mubarak Oppositionsführer Ayman Nour freilassen müssen, der bei der nächsten Präsidentenwahl erneut anzutreten beabsichtigt. Mubarak geht rigoros gegen seine Kritiker vor, zahlreiche Anhänger der oppositionellen Ghad-Partei und Gewerkschafter wurden eingesperrt. Der seit 28 Jahren herrschende Mubarak (81) wird bei seiner USA-Reise von seinem Sohn Gamal begleitet, was Nachfolgespekulationen neue Nahrung gegeben hat. Der 46-jährige Gamal leitet das politische Strategiekomitee der regierenden Nationaldemokratischen Partei. Beobachter in Kairo sahen in der Mitnahme Gamals ein Anzeichen dafür, dass der Staatschef die Führung in Washington dezent auf seinen möglichen Nachfolger einstimmen wolle. (APA/AP/AFP)

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14 Postings
werner86
01
24.8.2009, 13:52
helft mit

wer im supermarkt darauf achtet aus welchem land die produkte die er kauft kommen kann zur lösung des problems beitragen
wenn viele das tun kann das sehr viel druck erzeugen

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
40
20.8.2009, 12:24

Mubarak ist nur ein weitere untertasse,der sich gerne mit heissen tee begiessen möchte,der man hat meine meinung nach nichts gegen über Israel zu melden,er solle sich um seine eigenen probleme in lande kümmern,die Brot krise ist noch nicht lange vorbei.

werner86
00
24.8.2009, 13:21
gehirn einschalten

dir scheint das gehirn abhanden gekommen zu sein..oder bist du nur so ein schreiberling den der mossad bezahlt

an deutschkentnissen scheints zu mangeln

analfabeten sollten hier nichts schreiben dürfen

real factum
35
19.8.2009, 23:38
Mubarak könnte viel helfen...

in dem Ägypten die Kontrolle über Gaza übernimmt und Gaza integriert, genau so wie vor 1967.

khaleb
25
19.8.2009, 22:18
ich dachte immer die Orientalen sind so gut im Handeln

aber "Siedlungsstop" bringt die Palästinenser nicht weiter.
Sie sollten als erstes schauen, dass nicht die israelische Regierung sondern die PA die Baugenehmigungen vergibt.
Abbas sollte verlangen, dass die Israelis, die sich im WJL niederlassen wollen, eine Niederlassungsbewilligung von der PA erhalten.
Die Anzahl der Niederlassungsbewilligungen könnten sie ja von israelischen Wirtschafts-Investitionen im WJL abhängig machen bzw. von der Anzahl der nach Israel zur Arbeit auspendelnden Araber.

Reddogg
 
35
20.8.2009, 12:56

Ähm eventuell wussten Sie nichts davon dass das WJL in Zonen eingeteilt ist, aber der geringste Teil ist eine Vollautonomie durch die PA. Der überwiegende Teil ist durch isr.Gesetz und Verordnung verwaltet, da kann die Pa soviel Baugenehmigungen stornieren wie sie wollen. Sie haben dort kein Verwaltungsbezug.
Isr Sieldungen sind btw. per se schon isr. Gesetz und Kontrolle, im übrigen ja eins der Hindernisgründe. Fayyad hat ja angeboten dass mehr Juden ins WJL ziehen könnten, WENN diese sich unter die Verwaltung der PA stellen. aber nun gehen Sie mal zu den siedlern und fragen diesbezüglich nach, wenn Sie ohne Angriffe davon kommen können Sie noch von Glück reden...

Karl-Heinz Rumgenippe
44
19.8.2009, 16:43

Obama sieht Fortschritte. Wo sind die denn? Er hat es bislang nicht einmal geschafft, beide Streithähne an einen Tisch zu bringen. Nur wieder große Worte von Obama, denen dann keine Taten folgen.

alpha_ti3r
50
20.8.2009, 12:22

langsam zeigt sich tatsächlich dass Obama nicht zu mehr taugt als zur Rolle eines politischen Popstars.
vllt hat Huckabee bei den nächsten Wahlen mehr Chancen. auf Tour durch Siedlungen in Ostjerusalem is er ja schon.

Com Pirx
01
22.8.2009, 20:02

Und morgen regnet's Frösche vom Himmel, oder was.

Da hätte Huckleberry Finn noch größere Chancen auf die Präsidentschaft.

Odo
01
23.8.2009, 06:46
So schlecht siehts derzeit für Mike Huckabee im Hinblick auf seine Chancen bei der Präsidentschaftswahl 2012 gar nicht aus.

In einer aktuellen Umfrage in den USA zu einem möglichen Duell zwischen Obama und Huckabee bei den Präsidentschaftswahlen 2012 kam Obama auf 47 %, Huckabee auf 44 %. Das ist kein sonderlich großer Abstand, zumal Obama unter der wichtigen 50 %-Marke liegt. Und Huckabee war von den republikanischen Politikern derjenige, der am besten gegen Obama abschnitt.

http://www.publicpolicypolling.com/pdf/PPP_R... al_820.pdf

"PPP" ist übrigens ein Umfrageinstitut in den USA, das den US-Demokraten nahesteht. Man kann also davon ausgehen, dass es sich hier nicht um geschönte Zahlen zugunsten der republikanischen Politiker handelt.

Allerdings ist diese Umfrage über drei Jahre vor der Wahl natürlich noch wenig aussagekräftig.

Reddogg
 
13
20.8.2009, 12:58

Ich kann Ihre Aussage nicht ganz einschätzen, legitimieren Sie nun isr. Siedlungen oder nicht? Huckabee macht dies und gibt Geld an "Organisationen" die die Besiedlung noch verschärfen wollen...

db73
13
19.8.2009, 16:13

Das diese israelische Regierung auch nur einen Häuserblock von Jerusalem einen pal. Staat überlässt ist wohl eher eine Wunschvorstellung.

Suppentrulli
54
20.8.2009, 13:39

Keine israelische Regierung wird jemals auch nur einen Häuserblock Jerusalems den Palästinensern überlassen. Jerusalem als unteilbare Hauptstadt Israels gehört dort zur Staatsdoktrin.

werner86
01
24.8.2009, 13:16
sicher sicher

das weden sie sicher nicht tun ..denn sie werden wenn sie hoffentlich bald zu unrecht besetztes land wieder ihren rechtmässigen besitzern zurückgeben müssen ,vorher alles schön mit den bulldozern plattmachen,oder wegbomben das können sie ja so gut

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