EVN revitalisiert Ybbs-Kleinkraftwerk Schütt

19. August 2009, 12:39
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Umweltdachverband: Effizienzsteigerung bestehender Anlagen grundsätzlich positiv

Amstetten - Den Umweltaspekt hat Landesrat Stefan Pernkopf (VP) am Mittwoch beim Spatenstich zur Revitalisierung des EVN-Kleinkraftwerks Schütt an der Ybbs (Bezirk Amstetten) betont. Das Land NÖ forciere die ökologische und energiewirtschaftliche Optimierung von bestehenden Anlagen, "denn der Ausbau der heimischen erneuerbaren Energie ist ein Gebot der Stunde". In Niederösterreich seien über 300 Kleinwasserkraftwerke in Betrieb, die 4,2 Prozent des Strombedarfes erzeugen, was der Versorgung von 120.000 Haushalten entspricht.

Laut Aussendung der EVN werden das vor 107 Jahren errichtete Kraftwerk und die ebenso alte Wehranlage ersetzt. Die Investitionskosten betragen rund neun Millionen Euro. Mit Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2011 seien dann alle Kraftwerke an der Ybbs revitalisiert.

Nach der Fertigstellung werde mit einer installierten Leistung von 1.980 kW umweltfreundliche Energie für rund 2.700 Haushalte erzeugt - das entspricht der Hälfte des Strombedarfs aller Haushalte in Waidhofen an der Ybbs. Errichter ist die EVN Naturkraft, eine 100-Prozent-Tochter der EVN.

Energiemix

EVN-Technikvorstand Peter Layr zufolge setzt die EVN auf einen flexiblen Energiemix aus Wasser- und Wärmekraft sowie Alternativenergie: "Wir erzeugen aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Müll auf umweltfreundliche Art bereits elektrische Energie für mehr als 300.000 Haushalte."

An diesem historischen Standort der Wassernutzung sei ein Musterprojekt entwickelt worden. Durch die ökologische Begleitplanung würden in vielen Bereichen Verbesserungen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung erzielt, wurde u.a. auf die Durchgängigkeit der Wehranlage für Fische und Kleinlebewesen verwiesen. Die alte Ausleitungsstrecke wird stillgelegt, so dass künftig die gesamte Wassermenge im ursprünglichen Flussbett bleibt. Das Aushubmaterial wird wieder in den Staubereich gebracht, um gute Lebensbedingungen für die Fauna zu schaffen. Trotz deutlich höherer Naturstromerzeugung verlängere sich der Staubereich nur geringfügig, was aber durch das Stilllegen der Ausleitungsstrecke mehr als kompensiert werde.

Umweltdachverbands-Präsident Gerhard Heilingbrunner erklärte in der Aussendung: "Als Umweltschützer kann man nicht von vornherein gegen jedes Wasserkraftwerk sein. Effizienzsteigerungen bei bestehenden Kraftwerken oder Wehranlagen sieht der Umweltdachverband grundsätzlich positiv, sofern die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind. Gleichzeitig appelliere ich, Schutzzonen als Tabugebiete für freie Fließstrecken zu respektieren."

Neben fünf Speicherkraftwerken an Kamp und Erlauf betreibt die EVN Naturkraft derzeit insgesamt 56 Kleinwasserkraftwerke (Laufkraftwerke) in Niederösterreich. Alleine die EVN Wasserkraftwerke erzeugen rund 260 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie pro Jahr. (APA)

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