Smartphones: Touch-Geräte sind die Zukunft

19. August 2009, 12:33
  • Artikelbild
    vergrößern 500x332
    foto: archiv

    Soziale Netzwerke und Microblogging-Dienste, wie etwa Facebook und Twitter, sorgen dafür, dass Touchscreen-Handys mit Tastatur gefragt sind.

Microsoft großer Verlierer im Bereich Betriebssysteme - Integrierte Keyboards dank Twitter und Facebook gefragt

Mehr als 15 der 38,1 Millionen im zweiten Quartal weltweit verkauften Smartphones sind mit Touchscreens ausgestattet. Dies entspricht fast 40 Prozent der gesamten Verkäufe. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren nur 11,7 Prozent über berührungsempfindliche Displays zu bedienen. Handys wie Apples iPhone oder HTCs Touch waren im ersten Halbjahr - neben Netbooks - der Kassenschlager in der Elektronikbranche. Zu dieser Erkenntnis kommt das Consulting-Unternehmen Canalys  in einer kürzlich publizierten Untersuchung. "Der Trend geht definitiv hin zu Touchscreens. Besonders Multi-Touch auf Capacitive-Displays, wie es Apple im iPhone einsetzt, wird zunehmend populärer", so Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim. Manche Hersteller hätten den Trend allerdings verschlafen und gingen Kompromisse bei ihren Touchscreen-Geräten ein.

Nokia relativ spät

So sprang beispielsweise Nokia erst relativ spät auf den Zug auf. Auch die Zahl der mit Tastatur ausgestatteten Smartphones stieg im Vergleich zum Vorjahr leicht. Waren im zweiten Quartal 2008 noch 24,7 Prozent der weltweit verkauften Smartphones mit einem Keyboard ausgestattet, waren es ein Jahr später bereits 28 Prozent. Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist das steigende Interesse an Blackberry-Smartphones des kanadischen Herstellers Research in Motion (RIM) und die zunehmende mobile Nutzung von Webseiten wie Facebook oder Twitter, bei denen viel getippt werden muss. Großer Verlierer der Entwicklung hin zu Touch- und Tastatureingabe bei Smartphones ist der normale Ziffernblock. Waren im Vergleichszeitraum 2008 noch 63,6 Prozent per Keypad zu bedienen, sind dies heute nur mehr 32,3 Prozent.

Symbian weiter in Front

Nicht nur bei den Eingabemethoden, sondern auch bei den Betriebssystemen zeichnen sich Änderungen ab. Symbian verliert gegenüber 2008 zwar acht Prozent, bleibt mit 50,3 Prozent aber Marktführer. Mit 20,9 Prozent erreicht RIM Platz zwei - eine Steigerung von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch Googles Android-Plattform wächst und erreicht rund drei Prozent. Der große Gewinner ist Apple. Der Marktanteil konnte von 2,1 auf 13,7 Prozent gesteigert werden. Weniger gut ist es Microsoft ergangen. Waren im zweiten Quartal 2008 noch 14,3 Prozent der verkauften Smartphones mit Windows Mobile ausgestattet, sind dies mittlerweile nur mehr neun Prozent.

Microsoft verliert

"Hier haben mehrere Faktoren mitgespielt. Einerseits die Einführung von Android, andererseits die Tatsache, dass Symbian mittlerweile ohne Lizenzgebühr genutzt werden kann", so von Stackelberg. Die kürzlich angekündigte Zusammenarbeit mit Nokia dürfte die Position Microsofts weiter schwächen. Um mit den lizenzfreien Lösungen mithalten zu können, müsse man dazu übergehen, das Betriebssystem aus Redmond ebenfalls kostenfrei anzubieten. Smartphones gelten unter den Canalys-Analysten als Kassenschlager. Für das laufende Jahr prognostizieren sie ein Wachstum des globalen Markts für intelligente Mobiltelefone von rund 14 Prozent. Anfang des Jahres blickte die Handybranche noch mit Sorge auf 2009. Nun scheint sie trotz des um sechs Prozent schrumpfenden Handymarkts der Boom bei Smartphones vor schlimmeren Umsatzeinbußen zu bewahren. Marktführer im Smartphone-Markt ist weiterhin Nokia. Die Finnen verloren zwar einen Prozentpunkt gegenüber 2008, sind jedoch mit 44,3 Prozent Marktanteil der mit Abstand größte Anbieter von intelligenten Mobiltelefonen. Bei Canalys führt man die leichten Verluste auf die verspätete Reaktion auf den Trend hin zu Touchscreens zurück. Weit abgeschlagen hinter Nokia findet sich RIM mit 20,9 Prozent - gegenüber 2008 ein Plus von rund vier Prozent.

Apple legt vor

Explodiert sind die Verkaufszahlen des iPhones. Hatte Apple im zweiten Quartal des Vorjahres noch einen Marktanteil von nur rund zwei Prozent, sind es nun schon 13,7 Prozent. "Das iPhone erlaubte erstmals veritable Internetnutzung für unterwegs und überzeugt mit intuitiver Benutzung", so von Stackelberg. Dies spiegle sich auch in den Verkaufszahlen wider. So wurden vom iPhone 3GS bereits am ersten Wochenende eine Mio. Stück verkauft und auch die älteren Modelle, die Apple mittlerweile günstiger anbietet, finden unter preisbewussteren Kunden Absatz.(pte)

Kommentar posten
20 Postings
Ben Vassy
12
19.8.2009, 15:12

witzig eigentlich.... wo doch ein touchscreen *gerade* für mobile nutzung die denkbar ungeeignetste eingabemöglichkeit ist.

Bender Rodriguez
00
19.8.2009, 16:22
Weil?

Gerade im mobilen Bereich kommts auf Platzsparendes Design und geringes Gewicht an. Und was ist platzsparender als ein Display direkt übers Display zu bedienen?

(sagt einer der aber selber lieber auf tastaturen tippt und deswegen den g1-brick in kauf nimmt. ;)

Ben Vassy
00
20.8.2009, 13:36

"weil?"

haben sie mal beobachtet, wie touchscreen-user ihr gerät bedienen? fast immer mit 2 händen: in der einen hand halten, mit der anderen hand draufpatschen.

das setzt voraus, daß man beide hände frei hat. (ganz zu schweigen von den berüchtigten multitouch-gesten, die man natürlich auch nicht hinkriegt, wenn man einhändige bedienung probiert.)

grad bei einem mobilen gerät ist es aber essentiell, daß ich es schnell mal nebenbei mit einer hand bedienen kann (weil ich in der anderen hand das billa-sackerl trag, weil ich mich in der wackeligen straßenbahn festhalte, ...) - womöglich auch halb blind, indem man nur die tasten erfühle und draufdrück.
das alles geht nicht mit touchscreens - also nur sehr bedingt als mobile geräte geeignet.

Bender Rodriguez
00
20.8.2009, 17:46
Handy ist nicht gleich Smartphone.

Alle wirklich wichtigen Funktionen lassen ich auch auf mir bekannten Touchscreen Smartphones einhändig bedienen. (Wie bei einem normalen Handy) Und das man bei Smartphones zwei Hände brauhct für eine Funktion, die Gerät B überhaupt nicht kann, ist eine seltsame Argumentation.

Und dort wo sie keine zwei Hände freihaben, weil sie gerade ein Billa-Sackerl tragen, sollten sie vielleicht sowieso nicht grade im Web-Surfen oder beidhändig SMS im Schnellverfahren schreiben.

Erst unlängst war hier ein Bericht wieviele Unfälle es gibt, weil wahnsinnige während dem Autofahren SMS schreiben. (Und dabei ist gerade SMS schreiben eine Sache die auch die meisten Touchscreens mit einer Hand können - allein die beidhändige Bedienung ist eben schneller.)

Ben Vassy
00
20.8.2009, 21:30

handy ist gleich smartphone. ich kenne keinen unterschied (abgesehen von marketing und preis). selbst die billigsten geräte haben heutzutage schon alle eigenschaften, die man traditionell als smartphone-merkmal heranzieht. (internet-access, organizer-funktionen, installation von drittsoftware...)

mir fallat jetzt auf die schnelle auch nix ein, was ich mit einem touchscreen-handy kann, mit einem normalen monoblock-handy mit numerischer tastatur und steuerkreuz aber nicht.

einziger unterschied: im monoblock-steuerkreuz-handy geht alles mit dem daumen und ich brauch nie 2 hände.

(und die argumentation, daß ich etwas nicht "soll", weils das supercoole, aber völlig unpraktische gadget nicht *kann*... also bitte!)

Bender Rodriguez
00
20.8.2009, 22:08
"handy ist gleich smartphone. ich kenne keinen unterschied"

Alles klar, dann erübrigt sich hier jede weitere Diskussion.

Ich nehme zur Kenntnis dass sie moderne Smartphones nur vom sehen kennen und nur weil ihr 0815-Nokia Handy einen "Internet"-Button hat, ernsthaft glauben ein Smartphone ähnliches Gerät zu besitzen. Hätten sie einmal ein wirkliches Smartphone in Händen gehalten, einmal vernünftiges Push-Mail, einen mobilen Webbrowser (und damit meine ich nicht irgendeine Symbian-Krücke) oder GPS-Dienste genutzt, dann wüssten sie das ihre Aussage schwachsinn ist.

Aber es ist hier wohl zunehmend wie auf Amazon. Da bewerten auch Leute Produkte von denen sie keine Ahnung haben oder die sie gar nicht besitzen können, weil sie nochnichtmal erschienen sind.

o_lok
00
23.8.2009, 14:39

bei allem Respekt, aber die streng gezogene Angrenzung zw Smartphones u normalen Phones gehört tatsächl im Großen u Ganzen der Vergangenheit an. kalr gibt es noch Unterschiede, aber die sind minimal u rechtfertigen keinesfalls den teils heftigen Preisunterschied.
ist nicht nur einmal vorgekommen, dass ein Phone mal als Smartphione, mal als Multimediaphone bezeichnet wurde.

es ist größtenteils (auch wenn nicht nur) ein Marketinggag.

Ben Vassy
00
20.8.2009, 23:46

Naja, wenn Sie mir sagen, was in Ihren gestrengen Augen gerade noch als Smartphone durchgeht (ein paar Modelle untersch. Hersteller wären nett), dann kann ich Ihnen ja beantworten, ob ich jemals eines dieser Wundergeräte benutzt habe.

Bisher konnten Sie ja noch nichtmal definieren, was ein Smartphone ist. Push-Mail ist eine Business-Funktion, GPS hat mein gutes altes Hallofon von vor 2 Jahren schon gehabt, und was einen Browser zum "mobilen" Browser macht müßten Sie auch erst mal erklären... Mir reichts, wenn er ganz unmobil die Seiten gscheit anzeigt und sich vernünftig bedienen läßt. Und auch das gibts in den Null-Euro-Geräten.

Was also macht ein Smartphone aus? Außer "es kann viel und ist schnell"?

Dr. Seltsam
 
10
19.8.2009, 15:02

Es ist doch erstaunlich, wie stiefmüttelich MS den wichtigen MobileOS-Markt behandelt.
Im Grunde tut sich bei WinMobile seit Jahren nichts mehr.

Bender Rodriguez
00
20.8.2009, 17:49
War ja beim Internet Explorer nicht anders...

erst als mit Firefox wieder eine starke Konkurrenz auftauchte, nahm man die Füße in die Hand.

Monopolstellungen, oder quasi-monopolstellungen tun selten der Innovationskraft gut.

Derpeitschenpeter
00
19.8.2009, 19:09

ähm..
Bis heute sind MS und RIM die einzigen Anbieter am Markt, die eine umfassende Integration der Geräte in Unternehmensnetzwerke ermöglichen.
Und selbst das kleine bisschen "Business" am iPhone kommt von MS.
Für das durch Apple reformierte Endanwendersegment ist ihre Aussage akzeptabel ;)

Jeffrey Lebowski
 
02
19.8.2009, 14:35
Touch-Geräte sind die Zukunft

den artikel, mit leicht varrierenden inhalten, kann man im stan.dard in regelmäßigen abständen finden seitdem das erste iphone rausgekommen ist.

wg 1980
20
19.8.2009, 14:31
wenn MS 2010 mit der Billigversion des Windows Mobile kommt,

wann bringen sie dann bitte was Hochwertiges heraus...?

m.schmidler
00
19.8.2009, 17:24
Sie haben den anderen Artikel wohl nicht richtig gelesen.

Windows Mobile 7 soll das obere Preissegment bedienen und die wirklich Innovationen liefern.

M. Jacko (erfolgreich ohne Nase)
 
01
19.8.2009, 14:24

Microsoft der verlierer?
Windows Mobile Geräte sind die besten auf dem Markt.

Kohuma
 
00
19.8.2009, 15:26

wenn sie ein smartphone mit nem stift bedienen wollen ist windows mobile perfekt für sie!

Mac1984
10
19.8.2009, 14:50

scheint nicht so zu sein

h h h
10
19.8.2009, 14:44

sie, sir, sind ein meister der ironie.

the lazy crazy
01
19.8.2009, 14:13
Hoffentlich wird's...

...zumindest immer ein Handy mit normaler Tastatur geben...

heri byrd
00
19.8.2009, 15:48

ja aber dann bitte nur zwitschern und xichtbiachl

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.