Freizeitunfälle mit Todesfolge steigen

19. August 2009, 11:52
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Pro Tag verletzen sich rund 1.700 Menschen bei Freizeitunfällen, fünf verunglückten jeden Tag tödlich

Wien - Täglich verletzten sich 2008 rund 1.700 Menschen bei Heim-, Freizeit- und Sportunfällen, rund fünf Menschen verunglückten jeden Tag tödlich. Knapp drei Viertel aller Unfälle passierten in den Lebensbereichen Heim, Freizeit und Sport. Dahinter rangieren Unfälle in der Arbeit oder Schule mit knapp einem Viertel und Unfälle im Verkehr, mit sechs Prozent.

"Unfälle im Bereich Heim, Freizeit und Sport sind mit Abstand die größte Gruppe aller Unfälle. Während der Anteil der Unfälle im Verkehr und bei der Arbeit in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, trifft dies im Freizeitbereich leider nicht zu", sagt Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit in einer Aussendung. In den vergangenen fünf Jahren ist der Anteil der tödlichen Freizeitunfälle an allen Unfällen mit Todesfolge von 55 Prozent im Jahr 2004 auf 66 Prozent im Jahr 2008 kontinuierlich angestiegen.

Senioren und Kleinkinder als Risikogruppen

Zwei Drittel aller Unfällle passierten in  den Bereichen Heim und Freizeit. Das höchste Unfallrisiko besteht bei Senioren ab 75 Jahren, die häufig durch Stürze, etwa durch Ausrutschen im Bad oder Stolpern auf der Treppe, im Krankenhaus behandelt werden müssen. "Gezielte Maßnahmen im eigenen Heim können viele Unfälle verhindern - vom rutschfesten Teppich über Haltegriffe im Bad bis zu ausreichender Beleuchtung gibt es einfache Möglichkeiten, schon mit wenig Geld die Gefahr zu reduzieren", rät Dunzendorfer. Die zweitgrößte Gruppe von Verletzten im Heim-/Freizeitbereich sind Kleinkinder bis vier Jahre. Die Häufigste Unfallart in dieser Gruppe sind Stürze aus der Höhe, beispielsweise vom Wickeltisch.

Unfälle bei Breitensportarten

Ein Drittel aller Freizeitunfälle passierte beim Sport. Die Sportarten mit den meisten Unfällen sind klassische Breitensportarten, die in Österreich gerne und oft ausgeübt werden: Schifahren, Fußball und Radfahren. Doch auch wer bestimmte Sportarten häufig ausübt, sollte Schutzvorkehrungen treffen - wie das Tragen eines Helmes beim Radfahren oder Schifahren, der vor schweren Kopfverletzungen schützt. "Der Freizeitbereich wird nach wie vor vernachlässigt, wenn es darum geht, Maßnahmen umzusetzen, die zu einem Rückgang bei Verletzten und Getöteten führen. Die Zahlen sprechen aber für sich: Unfallprävention in der Freizeit braucht einen höheren Stellenwert", betont Dunzendorfer. (red, derStandard.at)

Freizeitunfallstatistik online unter www.kfv.at/unfallstatistik

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    Ein Drittel aller Freizeitunfälle passieren beim Sport

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