Ausbau statt Neubau

19. August 2009, 12:47
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Heimische Einkaufszentren sind im Schnitt 10,9 Jahre alt - Heuer kommen 43.500 m² neu dazu

Wien - Neue Shoppingcenter werden in Österreich kaum mehr errichtet, nicht zuletzt weil es kaum noch Genehmigungen für große, neue Handelsstandorte gibt. Stattdessen gibt es "zahlreiche Modernisierungs- und Ausbauprojekte", geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung des Beratungsunternehmens Standort+Markt hervor.

Die Gründe für die Erneuerung sind laut Analyse vielfältig: Einerseits haben die 188 Einkaufs- und Fachmarktzentren im Durchschnitt 10,9 Jahre auf dem Buckel und sind somit relativ alt, andererseits hat sich der Flächenbedarf der Händler verändert. Die Verkaufsfläche der heimischen Einkaufszentren ist 2009 um 43.500 Quadratmeter oder 1,74 Prozent gestiegen, von 2,5 Mio. Quadratmetern Ende 2008.

Auch SCS wird umgebaut

Als Beispiele für aktuelle Bautätigkeiten in Wien wurden das Donauzentrum und die Millenniumcity genannt. Das SCN prüfe Weiterentwicklungsmöglichkeiten, um in den Konkurrenzkampf mit dem künftigen EKZ in Gerasdorf treten zu können, sagte Standort+Markt-Geschäftsführer Hannes Lindner. In der Shopping City Süd (SCS), Österreichs größtem Shoppingcenter, wird derzeit auch umgebaut. Die Geschäftsfläche des ausgezogenen Möbelhändlers Leiner wurde bereits vermietet und im März 2010 soll ein Shop von Van Graaf, einem Peek & Cloppenburg-Ableger, eröffnen. Auf Teilen der Fläche sollen die Drogeriekette dm und Hilfiger Sport Platz finden.

In Oberösterreich werde das "Uno Shopping" bei Leonding einem Relaunch unterzogen und in der Steiermark wird aktuell beispielsweise in Graz bei Kastner & Öhler umgebaut. Abgeschlossen ist laut der Untersuchung hingegen die Erweiterung des "salto" in Deutschlandsberg. Das Center wurde heuer um 5.000 Quadratmeter auf 15.000 Quadratmeter vergrößert.

Standort "Leoville" wird revitalisiert

Im niederösterreichischen Leobersdorf steht beim ehemaligen Outlet-Center "Leoville" - es wurde am 30. Juni 2008 mangels Erfolgs geschlossen - laut Standort + Markt eine "spannende Revitalisierung" bevor. Auf dem Areal waren 26 Shops beheimatet.

2010 möchten die Betreiber des Outlet-Centers wieder die Pforten öffnen. Wann genau, ist aber noch ungewiss - angestrebt werde Frühling oder Sommer, sagte Geschäftsführer Wolfgang Hackl. Gespräche mit potenziellen Pächtern gebe es bereits. "Die, die da waren, wollen wieder kommen", kündigte Hackl an. Schwieriger sei es aber, jene Ketten zu gewinnen, die noch nicht da waren. Welche Strategie das neue Outlet verfolgen wird, konkretisierte Hackl nicht. Leoville-Neu werde "klein, aber fein" und sicher nicht hochpreisig sein.

Im burgenländischen Outlet Parndorf oder der SCS in Vösendorf sieht Hackl keine Konkurrenz. Das Shopping-Center Leoville liege Richtung Süden, aber Parndorf gen Osten. Der Unterschied zur SCS wird im Preis geortet: "Die SCS ist normalpreisig, aber Leoville geht Richtung Outlet".

Unmittelbar nach der Eröffnung kämpfte Leoville mit der sogenannten Radiusklausel, wonach das nahe gelegene Outlet-Center in Parndorf im Burgenland seinen Mietern untersagt hatte, sich in anderen Outlets im Umkreis von 60 Kilometern anzusiedeln. Diese Klausel wurde Anfang 2007 aufgehoben, es gelang dann aber trotzdem nicht, die Auslastung von 60 auf 100 Prozent anzuheben. "Es wurde von Beginn an etwas angekündigt, das dann nicht gehalten wurde", sagte Hackl.

Umsatz der österreichischen Center gestiegen

Die österreichischen Einkaufs- und Fachmarktzentren erzielten 2008 einen Umsatz von 9,8 Mrd. Euro, sagte Roman Schwarzenecker von Standort+Markt. Im Vergleich zu 2007 sei dies ein Plus von 5,6 Prozent. 2009 werde sich der Umsatz im Bereich von drei Prozent erhöhen, schätzt Schwarzenecker. Das Plus sei vor allem auf die steigende Zahl der Geschäfte zurückzuführen. In den insgesamt 6.700 Geschäften in den EKZ und FMZ waren mit Vorjahresende 62.800 Menschen beschäftigt. Die Anzahl der Besucher belief sich auf knapp 450 Millionen.

Das größte Einkaufszentrum ist die SCS mit einer Verkaufsfläche von 124.000 Quadratmetern (inkl. SCS-Multiplex), gefolgt von der Shoppingcity Seiersberg (74.000 Quadratmeter) und der Pluscity in Pasching (70.000 Quadratmeter). (APA)

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