Telekom Austria mit Gewinneinbruch im Halbjahr

19. August 2009, 09:24
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Hannes Ametsreiter: "Die angespannte Wirtschaftslage und einschneidende regulatorische Rahmenbedingungen beeinflussten das Ergebnis"

Die Telekom Austria (TA) hat im ersten Halbjahr 2009 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn starke Rückgänge hinnehmen müssen. Der Umsatz ging gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 5,8 Prozent auf 2,388 Mrd. Euro zurück, das Betriebsergebnis (EBIT) brach um 6,9 Prozent auf 350,3 Mio. Euro ein und der Jahresüberschuss sank um 25,8 Prozent auf 167,6 Mio. Euro.

Deutlich besser als im 1. Quartal

Damit fielen die Gewinnzahlen aber im 2. Quartal deutlich besser aus als im 1. Quartal. Im 2. Quartal fiel der Umsatzrückgang zwar mit 6,6 Prozent (auf 1,192 Mrd. Euro) noch stärker aus als im gesamten Halbjahr, das Betriebsergebnis war mit 170,2 Mio. Euro jedoch nur um 2,2 Prozent geringer als im 2. Quartal 2008 und der Jahresüberschuss lag im 2. Quartal bei 82,3 Mio. Euro und damit um 14,5 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Das EBITA ging im 2. Quartal um 3,9 Prozent zurück, im Halbjahr betrug es 904,8 Mio. Euro und war damit um 5,2 Prozent niedriger als im 1. Halbjahr 2008. Die Analysten von UniCredit, Erste Bank und RCB hatten im Durchschnitt für das 1. Halbjahr zwar nur einen Umsatzrückgang von 4,7 Prozent erwartet, jedoch mit einem stärkeren Einbruch des Betriebsergebnisses um 10,5 Prozent gerechnet. Den Jahresüberschuss hatten sie für das erste Halbjahr im Durchschnitt bei -23,8 Prozent gesehen.

Wirtschaftslage und Regulator

Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender Telekom Austria Group sagte: "Die angespannte Wirtschaftslage und einschneidende regulatorische Rahmenbedingungen beeinflussten das Ergebnis im 1. Halbjahr 2009. Der Umsatzrückgang ist vor allem durch niedrigere Erlöse aus dem Festnetz bedingt, die aus weniger Sprachminuten und niedrigeren Wholesale-Umsätzen resultieren. Positiv ist zu vermerken, dass unsere erfolgreichen Kombipakete den Rückgang der Festnetz-Anschlüsse um zwei Drittel verringern und so den Auswirkungen des schrumpfenden Festnetzmarktes entgegenwirken konnten. Geringere Beiträge aus beiden Segmenten führten zu einem EBITDA-Rückgang, wobei striktes Kostenmanagement die Auswirkung der niedrigeren Umsätze auf das EBITDA dämpfen konnte. Das Segment Mobilkommunikation wurde - trotz einer stabilen Performance am Heimmarkt - von der schwachen volkswirtschaftlichen Lage in Ost- und Südosteuropa, von Wechselkurs-Effekten und der Roamingregulierung beeinflusst. Erfreulich ist, dass wir ein zweistelliges Kundenwachstum in der Mobilkommunikation verzeichnen konnten und über 18 Millionen Kunden erreichten - rund 90% dieses Wachstums sind durch Vertragskunden zustande gekommen. Wir bestätigen den Ausblick für 2009 auf Basis von konstanten Wechselkursen und bekräftigen weiterhin die Dividendenuntergrenze von 0,75 EUR je Aktie."

325.000 Breitband-Kunden

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunden (ARPU) verringerte sich um 9,3% auf 25,5 EUR, da die niedrigeren Tarife für Sprachtelefonie und Datendienste durch die höhere Datennutzung teilweise ausgeglichen werden konnten. Im Vergleich zum 1. Qu. 09 blieb der ARPU stabil. Die durchschnittlich verrechneten Gesprächsminuten pro Kunden sanken im 2. Qu. 09 um 7,5% auf 163,8 Minuten vor allem aufgrund einer Verwässerung durch mobiles Breitband. mobilkom austria konnte die Anzahl der mobilen Breitband-Kunden um 43,0% erhöhen und zählte per Ende Juni 2009 464.750 mobile Breitband-Kunden im Vergleich zu 325.000 Breitband-Kunden per Ende Juni 2008. Die Anzahl der Neuzugänge bei mobilen Breitband-Kunden betrug im 2. Qu. 09 23.850. Der Datenanteil an Gesprächs- und Datenpaketumsätzen stieg von 31,0% im 2. Qu. 08 auf 35,1% im 2. Qu. 09(APA)

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    Hannes Ametsreiter hadert mit der Wirtschaftslage und dem Regulator.

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