Schoeller Bleckmann spürt Flaute bei Erdölsuche

19. August 2009, 17:37
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Ölfeldausrüster versucht mit Kurzarbeit über die Runden zu kommen - Gewinn bis Juni mehr als halbiert

Ternitz/Wien - Die Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment (SBO), Ausrüster der internationalen Ölbohrindustrie, erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Obwohl der Auftragseingang generell stark gesunken sei und man deshalb vorsorglich Kurzarbeit für alle knapp 300 Mitarbeiter in Ternitz (NÖ) beantragt habe, gebe es fallweise Bestellungen, die blitzschnell abgearbeitet werden müssten. "Zum Glück sind wir so flexibel, dass wir das schaffen" , sagte SBO-Vorstandsvorsitzender Gerald Grohmann dem Standard.

Derzeit befinde sich etwa die Hälfte der Belegschaft im Stammwerk in Ternitz in Kurzarbeit. Beantragt ist diese vorerst bis Jahresende. Grohmann hofft, dass die Ölbohraktivitäten, die wegen des rezessionsbedingten Einbruchs der Ölnachfrage stark abgenommen haben, im Laufe des Jahres 2010 wieder in Schwung kommen. Die Internationale Energieagentur in Paris prognostiziert für kommendes Jahr eine Zunahme des Erdölverbrauchs um 1,3 Mio. Fass (159 Liter) am Tag. "Wenn das eintritt, ist das gut für uns" , sagte Grohmann.

Im ersten Halbjahr 2009 hat SBO eine Halbierung des Gewinns hinnehmen müssen. Das Betriebsergebnis (Ebit) hat sich von 41,9 Mio. Euro auf 20,3 Mio. Euro verringert. Der Umsatz ging um 25,8 Prozent auf 137,6 Mio. Euro zurück. Infolge der anhaltend hohen Lagerbestände sei mit weiterhin großer Zurückhaltung seitens der Kunden zu rechnen.

Seit Jahresbeginn hat sich Schoeller Bleckmann von rund 300 Mitarbeitern getrennt, vorwiegend in den USA, Österreich und Großbritannien. In Ternitz mussten knapp 100 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Insourcing, also Hereinnahme von früher ausgelagerten Arbeiten, soll helfen, die verbleibende Belegschaft zu beschäftigen und durch die kritische Phase zu lotsen.

Am Lehrlingsprogramm will Grohmann keine Abstriche machen, auch heuer sollen wieder zehn Lehrlinge eingestellt werden. Grohmann: "Der nächste Aufschwung kommt bestimmt und da wollen wir gerüstet sein." Auch der Aufbau von Niederlassungen in Vietnam und Brasilien soll plangemäß durchgezogen werden. (stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2009)

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