Delegation aus Pjöngjang bei Trauerfeier für Kim Dae-jung in Seoul

21. August 2009, 23:30
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Auch Treffen mit südkoreanischem Minister geplant - Obama schickt Albright zu Beisetzung

Seoul - Eine ranghohe Delegation aus Nordkorea hat am Freitag an der Trauerfeier für den verstorbenen südkoreanischen Ex-Präsidenten Kim Dae-jung in Seoul teilgenommen. Im Rahmen ihres Besuchs in der südkoreanischen Hauptstadt wollen die Delegierten auch einen südkoreanischen Minister zu Gesprächen treffen. Am Flughafen und vor dem Hotel der Delegation in Seoul gab es Proteste gegen Nordkoreas Staatschef Kim Jong-il.

Die sechsköpfige Delegation, der auch zwei ranghohe Regierungsvertreter des kommunistischen Landes angehören, besuchte einen vor dem Parlament errichteten Altar für den verstorbenen Kim. Die Nordkoreaner übermittelten Beileidsbekundungen ihres Staatschefs und legten einen Kranz vor dem Altar nieder. "Wir sind gekommen, um unsere Trauer teilen", zitierte die Nachrichtenagentur Yonhap eine Delegierte. Die Witwe des am Dienstag verstorbenen Kim, Lee Hee-ho, dankte demnach dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt für die Entsendung der Delegation.

Im Rahmen ihres Besuchs will die Delegation laut Yonhap am Samstag auch den südkoreanischen Vereinigungsminister Hyun In-taek treffen. Unklar blieb hingegen, ob die Nordkoreaner auch Südkoreas Präsident Lee Myung-bak treffen. Ein ranghoher Regierungsbeamter, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte Yonhap indes, ein Treffen mit Bak sei möglich, wenn die Besucher es wünschen. Bei dem Staatsbegräbnis am Sonntag wird die Delegation nicht anwesend sein.

Am Flughafen in Seoul und vor dem Hotel, in dem die Nordkoreaner untergebracht sind, gab es heftige Proteste. Dutzende Demonstranten skandierten nach Angaben von Augenzeugen "Nieder mit Kim Jong-il" und verbrannten Porträts von ihm und nordkoreanische Flaggen. Sie forderten internationale Sanktionen gegen das kommunistische Regime.

Kim Dae-Jung war am Dienstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Er hatte sich um die Entspannung zwischen den beiden Koreas verdient gemacht, für seine Bemühungen wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt. In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen nach einem zweiten Atombombentest und mehreren Raketentests Nordkoreas wieder verstärkt.

Zuletzt gab es jedoch einige Zeichen der Entspannung: So kündigte Pjöngjang am Montag an, wieder mehr Familientreffen und Touristenbesuche aus dem Süden erlauben zu wollen.

An der Spitze einer US-Delegation wird die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für Kim nach Seoul reisen, teilte das Weiße Haus am Freitag mit.(APA/dpa)

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    Den Besuch einer nordkoreanischen Delegation nahmen Südkoreaner zum Anlass für Proteste.

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