"Chicago Sun-Times"-Autor, der an der Enttarnung der Agentin Valerie Plame beteiligt war, erlag einem Krebsleiden
Washington - Der in die Affäre um die Enttarnung der CIA-Agentin
Valerie Plame verstrickte US-Kolumnist Robert Novak ist tot. Novak starb am
Dienstag im Alter von 78 Jahren, wie die Zeitung "Chicago Sun-Times" berichtete.
Der frühere Kolumnist der Blattes erlag demnach einem Krebsleiden.
Im Juli 2003 hatte der regierungsnahe Novak Plame unter Berufung auf "zwei
hohe Regierungsmitarbeiter" in seiner Kolumne enttarnt. Sogleich kam der
Verdacht auf, dass es sich um einen Racheakt handelte, denn Plames Ehemann
Joseph Wilson hatte sich in der Kontroverse um den Irak-Krieg in einem
Zeitungsartikel gegen die damalige Regierung von US-Präsident George W. Bush
gestellt.
Konkret war Wilson der Behauptung Bushs entgegengetreten, der ehemalige
irakische Staatschef Saddam Hussein habe sich im westafrikanischen Staat Niger
waffenfähiges Uran zu beschaffen versucht. Wilson war Botschafter der
Vereinigten Staaten im Irak. Plame konnte nach ihrer Enttarnung nicht mehr
länger als Undercover-Agentin für die CIA arbeiten.
Die Affäre schlug hohe Wellen, Bush selbst geriet durch Aussagen eines
früheren Regierungsberaters in den Verdacht, persönlich die Preisgabe geheimer
Informationen an die Medien genehmigt zu haben, um Kritik an seiner
Rechtfertigung des Irak-Kriegs zu ersticken. Im Juni 2007 wurde in der Affäre
ein Berater des früheren Vizepräsidenten Dick Cheney, Lewis Libby, unter anderem
wegen Meineids und Falschaussage zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt.
Novak, der sich auch als konservativer Co-Moderator der Talkshow "Crossfire"
des Fernsehsenders CNN einen Namen machte, schrieb über 30 Jahre im Wechsel mit
einem Kollegen die Kolumne "Inside Report". In dieser Zeit erwarb er sich den
Spitznamen "Prinz der Dunkelheit". Im vergangenen Jahr zog er sich aus dem
Journalismus zurück, nachdem bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert worden war. (APA)