BZÖ-Leid mit "Rucksack FPÖ"

18. August 2009, 22:23
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Parteichef Bucher verteidigt Ewald Stadler und betont: "Wir unterscheiden uns fundamental von der FPÖ"

Wien - Abgrenzung als Devise: Josef Bucher war am Dienstagabend im ORF-Sommergespräch mehrfach bemüht, den Unterschied zwischen seiner Partei und den Freiheitlichen herauszuarbeiten. "Wir sind nicht mehr die FPÖ. Wir unterscheiden uns fundamental von derFPÖ", hielt der BZÖ-Obmann Moderatorin Ingrid Thurnher und Michael Köhlmeier entgegen. Der Schriftsteller wie auch die gewählte Location, der Salzburger Domplatz, sollten dem Format eine gewisse Originalität einhauchen. Für Irritation sorgte vor allem aber das laute Glockengeläute, das Anfangs die Konfrontation begleitet hatte.

Buchers Ansicht über das BZÖ blieben trotzdem nicht unwidersprochen. Köhlmeier meinte etwa "personelle Probleme" bei den Orangen zu sehen, etwa "bizarre rechtsradikale Äußerungen von Ewald Stadler" oder ein laufendes Verfahren gegen Peter Westenthaler. Stadler habe sich geändert, versicherte Bucher, "auch in seiner politischen Prioritätenreihung" . Die Partei habe "keinen guten Geruch" , sagte Köhlmeier. Künftig werde sich jeder danach orientieren, "was die Bündnisspitze vorgibt" , stellte Bucher auch für seine Truppe klar: "Es gibt nur einen Chef des BZÖ, der die klare Linie vorgibt." Das Bündnis habe unter Jörg Haider noch eine neue Wende bekommen "hin zu einer konstruktiven Politik der Mitte" . Dieser habe 2005 "den Rucksack FPÖ" weggelegt und "eine neue politische Kraft entwickelt."

Das wollte Ingrid Thurnher beim Thema Ausländerpolitik allerdings nicht bemerkt haben. Hier gebe es "keinen Unterschied zur FPÖ" , außer in der Wortwahl. Und wieder Abgrenzungsversuche. "Die Wortwahl ist wichtig" , parierte Bucher, was FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache sage, "das ist verwerflichst, weil er "den Menschen diskreditiert" .

Es gebe aber mit der Wirtschaftskrise ganz andere Probleme, versuchte Bucher seine eigenen Themen zu forcieren: etwa die Zusammenlegung der Krankenkassen oder die Flat Tax - und damit war er einmal mehr bei Haider gelandet. (pm/DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2009)

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    Josef Bucher:  "Ewald Stadler hat sich geändert"

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