Japanische Forscher entschlüsseln Geheimnis der Perlmutt-Bildung

18. August 2009, 18:49
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Pif 80 und Pif 97 als verantwortliche Proteine identifiziert

Tokio/Bremen - Bislang bekannt war der Wissenschaft bekannt, dass Perlmutt ein Verbundmaterial aus Calciumcarbonat und organischem Material ist; unklar blieb allerdings, welche Proteine der Weichtiere bei der Entstehung dieses Material eine Rolle spielen. Japanische Wissenschafter um Hiromichi Nagasawa von der Universität Tokio konnten dieses Mysterium nun lösen: die Forscher machten die beiden Proteine Pif 80 und Pif 97 als Hauptverantwortliche dingfest, wie sie im Wissenschaftsmagazin Science berichten. Den Biologen ist es sogar gelungen, Perlmutt in einem einfachen Versuch wachsen zu lassen.

Mit einem Trick ist es den Forschern gelungen, das wesentliche Protein zu entschlüsseln. Die Forscher infizierten die Perlenauster mit einem gentechnisch veränderten Virus, das die Zahl der perlmuttbildenden Proteine reduzierte. Daraufhin erzeugte die Auster keine Perlen mehr. "Das ist eine wirklich fundamentale Entdeckung", meint der Wissenschaftler Nils Kröger von der School of Chemistry and Biochemistry am Georgia Institute of Technology.

Gold und destilliertes Wasser

Die japanischen Forscher haben Perlmutt mit destilliertem Wasser und Goldpartikel mit Antikörpern gewaschen und sind so auf die beiden neuen Proteine gestoßen. Pif 97, so glauben die Forscher, sorgt dafür, dass die Unterlage zur Perlmuttentstehung durch die Bildung von Chitin vorbereitet wird. Pif 80 bindet Kalzium und Bicarbonat an das Chitin und sorgt schließlich für die Vollendung des Perlmutts.

Nagasawa konnte einheitliche Kristalle auf einem Aragonit zwischen einem Glasplättchen und einer darauf aufgetragenen Chitinschicht wachsen lassen. Die Orientierung der Kristalle entsprach genau der eines Weichtieres zwischen dem Mantel und der äußeren Kalkschale. (red/pte)

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    Was zur Bildung von Perlen und Perlmutt führt, war bislang ein Rätsel. Zumindest einen Teil des Mysteriums haben japanische Wissenschafter nun entschlüsselt.

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