Jungwölfe lernen das Rudelleben kennen

18. August 2009, 18:15
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Forscher des Wolf Science Centers Ernstbrunn machen die drei Monate alten Jungen mit den Einjährigen bekannt

Ernstbrunn - Seit kurzem darf sich der Wolf-Nachwuchs im "Wolf Science Center" (WSC) im Wildpark Ernstbrunn (Bezirk Korneuburg) unter die "arrivierten" Wölfe mischen. Dreimal wöchentlich werden die sechs Welpen - mittlerweile drei Monate alt und rund 50 Kilo schwer - zu den drei "großen" Tieren gebracht. Die Begegnungen verlaufen aggressionslos, berichtete Kurt Kotrschal vom WSC.

Das vor einem Jahr in Grünau (Oberösterreich) gegründete WSC in Kooperation mit der Konrad Lorenz Forschungsstelle ist im Mai 2009 ins Weinviertel - inmitten der Leiser Berge - mit vier etwa einjährigen Wölfen, die aus dem steirischen Tierpark Herberstein stammten, übersiedelt. Parallel dazu wurden vier Timberwolfwelpen aus dem US-Bundesstaat Montana eingeflogen und zwei aus dem Zoo in Basel (Schweiz) geholt und aufgezogen (Mitte Juli erstickte eine einjährige blinde Wölfin an Erbrochenem).

Spannende Rudelbildung

Wölfe - wie auch Menschen - seien über ihre Zugehörigkeit zu einer Gruppe definiert. Was man ist und was man tut, wofür man sich interessiert, bestimmt nicht nur die eigene Persönlichkeit, sondern vor allem die Beziehung zu den anderen. "Darum ist die Rudelbildung aus den drei Jährlingen Aragorn, Shima und Kaspar mit den sechs heurigen Welpen, Tatonga, Yukon, Geronimo, Nanuk, Apache und Cherokee sehr spannend", so Kotrschal.

Durch den Zaun hindurch kannten sich die Tiere schon länger, wobei die Einjährigen immer öfter heulten, wenn die Kleinen vorbeispazierten. Beim ersten Kennenlernen wurde zunächst Aragorn an die Leine genommen. Er lasse sich mittlerweile von den Welpen alles gefallen und tollt mit ihnen und ihrer "Ziehtante", einer Eurasierhündin, durch das Gehege. Shima sei etwas zurückhaltender, und Kaspar habe noch gewisse Probleme mit den aufdringlichen "Babys": Er reagiert mit Knurren und eher freundlichem Schnauzenbiss - die Kleinen sind trotzdem von ihm begeistert.

Die endgültige Zusammenführung der Tiere soll im Oktober erfolgen. Die Wölfe können übrigens jederzeit im Wildpark Ernstbrunn besichtigt werden. (red/APA)

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    Die Forscher des "Wolf Science Center" (WSC) im Wildpark Ernstbrunn sind erleichtert: Die Begegnungen zwischen den Wolfsjungen und den den drei "großen" Tieren verlaufen aggressionslos.

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