Bayerische Großkanzlei wird Sonderprüfer für Skylink

18. August 2009, 17:47
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Wien - Die Mitarbeiter-Stiftung des Flughafen Wien, die zehn Prozent des Aktienkapitals am Flughafen hält, wird bei der außerordentlichen Hauptversammlung (HV) am Donnerstag die bayerische Groß-Kanzlei LKC Kemper Czarske v. Gronau Berz als Sonderprüfer für das aus den Rudern gelaufene Terminal-Projekt Skylink vorschlagen. Die Kanzlei, bestehend aus Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern, hat 200 Mitarbeiter an zehn Standorten, überwiegend in Südbayern.

Wie berichtet, hat sich die Mitarbeiter-Stiftung, so wie der Aufsichtsrat, gegen eine Skylink-Prüfung durch den Rechnungshof ausgesprochen. Die Sonderprüfung soll jedenfalls spätestens drei Monate nach Auftragsvergabe abgeschlossen sein. Die Prüfung könne aber auch vorher abgebrochen werden, sollte sich der Verfassungsgerichtshof für eine Rechnungshof-Prüfung aussprechen.

In der Sonderprüfung soll nicht nur die Projektorganisation, -steuerung sowie das Ausmaß der Kosten- und Bauzeitüberschreitung untersucht werden. Es wird auch die Verantwortlichkeit von Dritten wie den zahlreichen Konsulenten geprüft werden.

Zweiter Tagesordnungspunkt der um elf Uhr im Austria Center beginnenden HV ist die Wahl in den Aufsichtsrat. Aufsichtsratspräsident Johannes Coreth wird von Christoph Herbst abgelöst, Coreth bleibt aber im Kontrollgremium. Statt Raiffeisen-Manager Erwin Hameseder kommt EVN-Chef Burkhard Hofer. Die Rochade betrifft nur die VP-Seite.

Änderungen im Vorstand wird es vorerst nicht geben. Das sei Angelegenheit des Aufsichtsrates und nicht der Hauptversammlung, wird betont.

Nichts Neues gibt es von Sky Europe zu berichten: Die Billig-Airline zahlt nicht, daher kann sie ab Wien nicht mehr starten. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2009)

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