Home Depot stemmt sich gegen Flaute

18. August 2009, 15:59
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Gewinnprognose für Gesamtjahr wird erhöht

Bangalore - Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot kommt bisher dank aggressiver Kostensenkungen unerwartet gut durch die Wirtschaftsflaute. Zwar verdiente der US-Konzern im zweiten Quartal nach Angaben vom Dienstag mit 1,1 Mrd. Dollar (780 Mio. Euro) sieben Prozent weniger als vor einem Jahr. Branchenexperten hatten jedoch mit einem kräftigeren Gewinnrückgang gerechnet. Für das Gesamtjahr hob der Eigenheimausstatter seine Ergebnisprognose sogar an. Die Home-Depot-Aktie legte zu Handelsbeginn über vier Prozent zu.

Sparkurs

Durch die Streichung von rund 7.000 Stellen konnte der Konzern seine Betriebsausgaben um 7,5 Prozent verringern. Home Depot betreibt rund 2.000 Baumärkte. Den Gewinn je Aktie ohne Sonderposten bezifferte das US-Unternehmen in dem am 2. August abgelaufenen Quartal auf 0,64 Dollar. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis je Anteilsschein von 0,59 Dollar gerechnet. Der Umsatz sei um 9,1 Prozent auf 19,1 Mrd. Dollar gesunken. Kostensenkungen hätten die Umsatzeinbußen teilweise wettgemacht, erklärte der Konzern. Im Frühjahrsquartal machen die Baumärkte traditionell gute Geschäfte, da viele Menschen nach dem Winter Renovierungsprojekte in Angriff nehmen.

Für das Gesamtjahr rechnet Home Depot weiterhin mit einem Umsatzrückgang von etwa neun Prozent. Der Gewinn je Aktie aus dem laufenden Geschäft könnte bis zu sieben Prozent zulegen, hieß es weiter. Zuvor war das Unternehmen von einem Ergebnisrückgang je Dividendenpapier von bis zu sieben Prozent ausgegangen.

Zurückhaltung der Verbraucher

Die zweitgrößte US-Baumarktkette Lowe's hatte die Zurückhaltung der Verbraucher stärker als der Marktführer zu spüren bekommen. Der Eigenheimausstatter verbuchte im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von einem Fünftel. Das Ergebnis von Lowe's hatte Befürchtungen an den Börsen bestätigt, dass die amerikanischen Verbraucher zunehmend ihr Geld zusammenhalten. Mit dem Abflauen der Berichtssaison in den USA rückte in dieser Woche die Sorge um den privaten Konsum stärker in den Blickpunkt der Experten. Ein überraschend schwaches Verbrauchervertrauen im August und ein deutlicher Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Juli hatten zuletzt die Sorge geschürt, die größte Volkswirtschaft komme doch nicht auf die Beine. Wegen der sinkenden Nachfrage strich der Konzern außerdem seine Expansionspläne für Nordamerika zusammen.

Schlechte Nachrichten vom amerikanischen Immobilienmarkt könnten die Stimmung bei Home Depot und Lowe's in der nächsten Zeit drücken. Die Zahl der Wohnbaubeginne sank im Juli überraschend um ein Prozent auf eine Jahresrate von 581.000. Grund dafür war ein kräftiger Einbruch bei Mehrfamilienhäusern. In den beiden Vormonaten waren die Baubeginne noch deutlich gestiegen. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem erneuten Anstieg auf 600.000 gerechnet. Die Zahl der Baugenehmigungen für Eigenheime fiel im Juli um 1,8 Prozent auf 560.000. Die Zahl ist ein Barometer für den zukünftigen Häuserbau und lag niedriger als von Experten mit 580.000 erwartet. (APA/Reuters)

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