Kunstschau zu Menschenrechten braucht Förderung und Ausstellungsraum

18. August 2009, 14:34
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2008, im 60. Jubiläumsjahr der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, hatte es kein Geld gegeben

Wien - Im Dezember 2008 wurde das 60-Jahr-Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begangen. Eine Privatinitiative wollte diesen Anlass mit einer Kunstschau begleiten, bei der alle 30 Artikel durch je ein Kunstwerk illustriert werden sollten. Doch zu sehen war die Ausstellung bisher nicht: Die Initiatoren blitzten nach eigenen Angaben beim Kulturamt und beim Unterrichtsministerium mit Förderansuchen ab. Nun soll mit einer kleinen Schau mit einer Werk-Auswahl auf das Projekt aufmerksam gemacht werden. "Vielleicht wird sich das Kulturamt doch noch engagieren und die Schau möglich machen", sagte Schirmherr Willi Resetarits am Montagabend bei der Eröffnung von "All Right?!" in der "Kleinen Galerie" in Wien-Erdberg.

Ursprünglich habe man um eine Förderung in der Höhe von 5.000 Euro angesucht, nun suche man lediglich einen Ausstellungsraum mit 120 Laufmetern für die Hängung der Kunstwerke, der vier Wochen zur Verfügung steht, betonten die Initiatoren von "City Vibes - Verein für Kunst, Kultur und Integration". Dort sollen die 30 Werke im Herbst zu sehen sein, die die 30 Artikel der Menschenrechts-Erklärung "über Kunst erfahrbar machen". Die Werke sind nicht unbedingt nach der Bekanntheit der Künstler, sondern nach der möglichst passenden Idee für jeden der Artikel ausgewählt worden. So haben neben langjährigen Kunstschaffenden wie Richard Weihs und Wolf Werdigier u.a. ein 13-jähriges Mädchen und ein Künstler aus einer Behinderten-Förder-Initiative Beiträge gestaltet.

Hoffnung auf Engagement

"Es hieß immer: tolles Projekt - aber leider können wir nicht helfen", berichten die Macher von der erfolglosen Suche nach Unterstützung durch die Politik. "Jetzt ist das Jubiläum vorbei", so Resetarits. Mit der privat finanzierten Schau, die fünf Tage lang in der Kleinen Galerie zu sehen ist, spiele man "auf Engagement, wie wir Musiker sagen": Durch eine Präsentation hoffe man auf ein zukünftiges Engagement seitens der Politik. Die Kleine Galerie habe dafür "trotz Sommerpause geöffnet", sagte "Kleine Galerie"-Vorsitzender und SPÖ Wien-Gemeinderat Ernst Woller.

"Man muss immer wieder an die Menschenrechte erinnern", sagte Resetarits, der gemeinsam mit Sängerin Birgit Denk Schirmherr der Schau ist. "Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und ich haben sehr viel gemeinsam", so Resetarits weiter. "Wir sind beide im Dezember '48 auf die Welt gekommen."

Im Büro des Wiener Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny wurde das Einlangen eines entsprechenden Förderantrags bestätigt. Man wolle sich die Sache nun genauer ansehen und eventuelle Fördermöglichkeiten prüfen, hieß es. Einstweilen sei das Kulturressort jedenfalls gerne behilflich, was die Herstellung von Kontakten für die Suche nach geeigneten Ausstellungsflächen angeht, so eine Sprecherin. (APA)

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