Weimann sieht Rapid als Außenseiter

19. August 2009, 16:30
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"Wenn alle Stars spielen, sollte schon Aston Villa aufsteigen" - 18-Jähriger gegen Rapid wohl nicht im Kader - Erinnerung: "Beim Rapid-Nachwuchs muss man nicht immer alles geben"

Birmingham - Bei Andreas Weimann schlagen am kommenden Donnerstag zwei Herzen in einer Brust. Der 18-Jährige wechselte vor zwei Jahren von Rapid zu Aston Villa und muss nun mitansehen, wie sich beide Clubs um den Einzug in die Gruppenphase der Europa-League duellieren. Weimann selbst wird wohl weder im Hinspiel im Hanappi-Stadion noch in der Retourpartie in der kommenden Woche in Birmingham im Kader stehen. "Ich rechne eher nicht damit. Wenn, dann erfahre ich es kurzfristig", meinte der Wiener.

Die Rollen sind laut Weimann klar verteilt. "Wenn alle Stars spielen, sollte schon Aston Villa aufsteigen. Der Verein will zwar unbedingt in die Gruppenphase, hat aber in der letzten Europacup-Saison nicht immer mit dem besten Team gespielt", erklärte der Stürmer, der in der Vorbereitung Erfahrung in der Kampfmannschaft  sammeln durfte.

Derzeit nicht im Kader

So stand er beim Finalsieg im hochkarätig besetzten Peace Cup vor gut zwei Wochen gegen Juventus bis zur 74. Minute auf dem Platz und kam schon davor zu fünf Testspiel-Einsätzen. Reguläres Kadermitglied ist Weimann trotz eines gelungenen Sommers aber noch lange nicht - so schaffte es der Angreifer beim 0:2 zum Saisonauftakt gegen Wigan ebenso nicht in das 18-Mann-Aufgebot, wie nun gegen seinen Ex-Club.

Der ÖFB-Nachwuchsteamspieler weiß, wie steinig der Weg in den Profi-Kader ist. "Mein Ziel ist es, in dieser Saison so oft wie möglich mit den Profis zu trainieren und vielleicht einmal im Liga-Cup oder im FA-Cup spielen zu können", erklärte Weimann, der seine Schnelligkeit als größte Stärke bezeichnete.

"Bei Aston Villa hat alles gepasst"

Der Teenager kam vor gut zwei Jahren nach einem einwöchigen Trainingslager über die Vermittlung seines nunmehrigen Managers Robert Groener, der auch Marko Arnautovic betreut, nach Birmingham. Davor war er dem Club beim U17-Toto-Cup aufgefallen. "Ich wollte immer schon ins Ausland, und bei Aston Villa hat alles gepasst", erzählte Weimann.

Bei Rapid trainierte der damalige Schüler des Gymnasiums in der Maroltingergasse unter anderem mit Christopher Drazan und Yasin Pehlivan, die mittlerweile den Sprung in die Kampfmannschaft der Grün-Weißen und sogar ins Nationalteam geschafft haben. Dennoch ist Weimann überzeugt, den richtigen Schritt gemacht zu haben. "Für mich war es auf jeden Fall die beste Entscheidung."

"Beim Rapid-Nachwuchs muss man nicht immer alles geben"

Neben der Infrastruktur und dem Budget liegen die großen Unterschiede zwischen Aston Villa und Rapid laut Weimann vor allem in der unterschiedlichen Trainingsintensität. "Wir trainieren hier viel mehr Kraft, außerdem ist die Einstellung eine andere. Beim Rapid-Nachwuchs muss man im Training nicht immer alles geben, hier schaut es anders aus. Da bekommt man gleich Probleme, wenn man nicht voll bei der Sache ist."

Heimweh hatte Weimann nach eigenen Angaben bisher fast nie, auch wenn er zugab. "Birmingham ist sicher nicht die schönste Stadt, aber es geht zum Leben." Erleichtert wird ihm der Aufenthalt durch zwei weitere Österreicher, die im Reserve-Team von Aston Villa kicken. Der ebenfalls 18-jährige Goalie Thomas Dau lebt gemeinsam mit Weimann bei der gleichen Gastfamilie, auch der ein Jahr ältere Mittelfeldspieler Dominik Hofbauer - ebenfalls schon einige Male Trainingsteilnehmer bei der Kampfmannschaft - trägt das Villa-Trikot.

Wie lange Birmingham noch die Wahlheimat von Weimann sein wird, ist offen. Der Kontrakt des Angreifers läuft im Sommer 2010 aus. "Im Winter werde ich mehr wissen, dann beginnen die Vertragsgespräche." (APA)

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