Homophobie in einer Transportfirma

18. August 2009, 13:32
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Angestellter soll homosexuelle Mitarbeiter als "krank" bezeichnet und ihre Entlassung veranlasst haben

Barcelona - Ein oberösterreichisches Transport-Unternehmen muss sich in Spanien vor Gericht verantworten, weil zwei homosexuelle Mitarbeiter diskriminiert worden sein sollen. Angeblich soll ein leitender Angestellter in der spanischen Filiale in Barcelona die Homosexualität der beiden Mitarbeiter als "krank" bezeichnet und die Geschäftsleitung in Österreich per E-Mail deshalb um die Entlassung der beiden Männer gebeten haben.

Einer der Mitarbeiter fand das Mail in einem Kopiergerät im Büro. In dem Schreiben soll der Vorgesetzte seinem Chef in Österreich erklärt haben, er habe den Mail-Verkehr der beiden Kläger mit "unglaublich schmutzigen Inhalt" gelesen. Er habe die schnellstmögliche Entlassung der beiden homosexuellen Mitarbeiter "koste es, was es wolle" gefordert, zitierte die spanische Zeitung "El Pais" (Online-Ausgabe vom Montag) die Anklageschrift.

Prozess wegen homosexueller Beleidigung

Damit ist das österreichische Transportunternehmen die erste Firma in Spanien, gegen die ein Prozess wegen homosexueller Beleidigung eingeleitet wird. Das Gericht nahm die Klage der beiden Angestellten mit der Begründung an, dass es ein Vergehen sein könnte, die Homosexualität der beiden Kläger erstens als "Krankheit" zu bezeichnet und zweitens diese als Grund der Entlassung anzugeben.

Einer der beiden angeklagten Angestellten in Barcelona wies laut "El Pais" zurück, dass es sich in diesem Fall um eine "beleidigende Behandlung" gehandelt habe. Er sagte demnach aus, selbst Homosexuelle unter seinen Freunden zu haben. Der Angestellte meinte dem Bericht zufolge weiters, dass die beiden Kläger lediglich eine höhere Entschädigung für ihre Entlassung herausschlagen wollten und diese lediglich mit der beruflichen Leistung der beiden Ex-Angestellten begründet sei. Antonio Poveda von der spanischen Homosexuellen Vereinigung FELGTB gab den Fall als Beispiel dafür an, dass die Diskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz in Spanien real ist, obwohl sie bisher kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen würde. (APA)

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