Baustein des Lebens in Kometen nachgewiesen

18. August 2009, 13:40
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Theorie über extraterrestrische "Befruchtung" der Erde durch Glyzin-Fund in Kometenschweif weiter untermauert

Los Angeles - Neue Nahrung erhält die These, dass chemische Grundbausteine für die Entstehung des Lebens auf der Erde ursprünglich aus dem All kamen. Die einfache Aminosäure Glyzin, ein grundlegender Protein-Baustein, ist nun erstmals in einem Kometen entdeckt worden. Bereits 2002 konnte Glyzin in interstellaren Wolken nachgewiesen werden.

Mikroskopische Spuren von Glyzin wurden in einer Probe von Partikeln nachgewiesen, die die NASA-Sonde Stardust in einer Entfernung von 320 Millionen Kilometern von der Erde vom Schweif des Kometen Wild 2 im Jänner 2004 eingefangen hatte.

Die Gas- und Staubproben wurden auf einer kleinen mit Aerogel beschichteten Scheibe gesammelt und zwei Jahre später mittels eines von der Sonde abgekoppelten Kanisters zur Erde zurückgesandt, der an einem Fallschirm befestigt in der Wüste von Utah landete.

Nachweisbar nicht von der Erde

Kometen wie Wild 2 enthalten nach Meinung der Forscher gut erhaltenes Material, das bei der Entstehung des Sonnensystems vor einigen Milliarden Jahren gebildet wurde. Bereits im Vorjahr war über die Glyzin-Entdeckung aus dem Kometenschweif berichtet worden. Allerdings mussten die Forscher noch nachweisen, dass dieses wirklich extraterrestrischen Ursprungs war. Dies gelang durch Analys der Isotope des entdeckten Glycins.

Glyzin (H2N-CH2-COOH) ist der einfachste der insgesamt 20 auf der Erde vorkommenden Aminosäuren. Diese bilden die Bausteine der Proteine, aus denen alle lebenden Zellen aufgebaut sind. Die Proteine verleihen den Zellen nicht nur ihre Struktur, sondern sind auch für lebenswichtige biochemische Vorgänge verantwortlich.

"Wir konnten nicht sicher sein, ob es (Glyzin, Anm.) nicht von der Fertigung oder der Handhabung der Sonde stammt", erklärte die Astrobiologin Jamie Elsila vom NASA Goddard Space Flight Center in Maryland, die Hauptautorin der Studie, die in der Zeitschrift Meteoritics and Planetary Science veröffentlicht wurde.

"Wir haben schon früher Aminosäuren in Meteoriten gefunden, aber jetzt haben wir sie zum ersten Mal in einem Kometen entdeckt", sagte sie. Wissenschaftler haben lange darüber diskutiert, ob so komplexe Strukturen wie die sich zu Ketten formenden Aminosäuren auf der Erde oder woanders im Weltraum entstanden sind.

Die jüngste Entdeckung gibt jenen Wissenschaftlern neuen Auftrieb, die meinen, dass Meteoriten und Kometen die im Kosmos gebildeten Lebensbausteine auf die Erde und andere Planeten gebracht haben. Carl Pilcher, Direktor des NASA Astrobiology Institute in Kalifornien und Mitautor der Studie, sagte, das Argument, dass Leben im All eher häufiger als seltener vorkomme, werde dadurch gestärkt. (red/APA/Reuters)

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    Auf dem Kometen Wild 2 konnte Glycin nachgewiesen werden. Ein Hinweis darauf, dass Grundbausteine des irdischen Lebens aus dem All stammen.

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