Panda Fu Long wird am Sonntag zwei Jahre alt

18. August 2009, 11:18
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Eistorte und Spieleparty für Kinder - Teenager-Bär übersiedelt im November in chinesisches Reservat

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt der Wiener Tiergarten Schönbrunn dem kommenden Wochenende entgegen. Der zweite Geburtstag des in Wien geborenen Pandas Fu Long wird am Sonntag im großen Stil mit Eistorte und Spieleparty gefeiert. Es wird allerdings das letzte Fest für den kleinen Bären in Wien, der im November nach China übersiedeln muss. "Die Frage ist, ob es für ihn schwerer wird oder für uns", meinte Pflegerin Renate Haider.

Vom nackten, kaum 100 Gramm schweren und zehn Zentimeter großen Winzling hat sich der "glückliche Drache" Fu Long mittlerweile zum 45 bis 50 Kilo Gramm schweren Teenager-Bären gemausert. "Fressen tut er schon wie ein Großer", so Haider. Täglich verschlingt der Bärennachwuchs rund 20 Kilo Bambus, etwa zehn Kilo weniger als seine Eltern. "Er trinkt auch noch regelmäßig bei der Mutter", meinte die Pflegerin. Allerdings nur ein- bis zweimal am Tag zur "Beruhigung" und "weil er diesen innigen Mutter-Kind Kontakt hat".

Zur Nahrungsaufnahme benötigt Fu Long laut Haider keine Milch mehr, ein Abschied von seiner Mama Yang Yang im November sei so gesehen kein Problem. "Er würde sicher alleine zurecht kommen", betonte die Pflegerin. "Es wird natürlich eine Umstellung - schon klimatisch. Aber das ist halt ein Weg, den er gehen muss." Der Abschied fällt den Zoomitarbeitern, die "ihr Baby" von der ersten Minute am 23. August 2007 begleitet haben, sichtlich schwer: "Es wird bestimmt wehtun", seufzte Haider, die auch jetzt noch direkten Kontakt zu dem Teenager-Bären hat und mit ihm beim Füttern fangen spielt. "Aber es ist das Beste für ihn, weil er mit Gleichaltrigen kombiniert werden soll."

Lernphase

Das ist eine wichtige Lernphase, bis der Wiener Panda-Bub in drei bis vier Jahren ausgewachsen sein wird wie sein 120 Kilo schwerer Vater Long Hui. Verbringen soll Fu Long diese Zeit ab November im größten chinesischen Pandareservat "Wolong" in der Zuchtstation-Zweigstelle "Bifengxia", die im Mai 2008 durch ein Erdbeben zerstört wurde. China hat - als Eigentümer aller Pandas - einem Aufenthalt Fu Longs in Wien nur bis zum zweiten Geburtstag zugestimmt, aufgrund der Sommerhitze wird der Bär allerdings erst im November übersiedeln. "Wir sind gerade beim Organisieren, wie er am besten transportiert werden kann", hieß es aus der Direktion des Schönbrunner Zoos. Ein genaues Abreisedatum stehe noch nicht fest, unter anderem weil ein dauerhafter Zugang eines Tierarztes während des Fluges noch bewerkstelligt werden müsse.

Bis zum endgültigen Abschied von Fu Long in zwei bis drei Monaten wird die weltweite Sensationsgeburt eines Pandas in Zoohaltung noch einmal gefeiert. Zu seinem Geburtstag schenken die Pfleger ihrem Bären am Sonntagnachmittag eine selbst gemachte Eistorte aus gefrorenem Wasser und Bambus. Für alle kleinen Tiergarten-Besucher findet gleichzeitig ein Spielfest mit Rätsel-, Bastelstationen und Gewinnspielen statt. Zu hoffen bleibt, dass Fu Long seine Party nicht wie im letzten Jahr verschläft und die Torte seiner Mutter überlässt.

Nach Fu Longs Übersiedelung nach China wünscht sich der Zoo jedenfalls ein neues Panda-Baby. "Wir hoffen, dass es nächstes Jahr Nachwuchs gibt", so Haider. "Heuer war nichts, weil Yang Yang einfach viel zu viel Mama war." In der kurzen Paarungszeit einmal im Jahr zwischen April und Mai sei sie trotz intensiven Kontaktes zu Long Hui gar nicht empfängnisbereit gewesen. Ein zweites Baby nach einem Jahr wäre auch zu anstrengend, so die Pflegerin. Im kommenden Frühjahr spricht allerdings nichts gegen einen "Fu Long 2". (APA)

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    Fu Long mit Mama Yang Yang.

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