Escada träumt von zweitem Leben

18. August 2009, 18:02
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Für den maroden Modekonzern gibt es Hoffnung: Ein Interessent will wichtige Sparten herauskaufen und einen Teil der Mitarbeiter weiter beschäftigen

Berlin/München - Der insolvente Münchner Modekonzern Escada hat doch noch Hoffnung, einer endgültigen Pleite zu entgehen. Zwar haben bereits der Modekonzern Hugo Boss und der Sportartikelhersteller Puma erklärt, kein Interesse an einem Schnäppchen zu haben. Doch nun wandte sich der Münchner Anwalt und frühere Aufsichtsratschef von EM.TV (heute Constantin Medien) an den Insolvenzverwalter und bat um ein Gespräch.

"Es wäre jammerschade, wenn eine Weltmarke wie Escada unterginge", sagt er dem Anlegermagazin Focus-Money. Daher wolle er zusammen mit Finanzinvestoren ein Übernahmeangebot vorlegen. Allerdings ist man nicht am gesamten Unternehmen interessiert, sondern nur an einzelnen Vermögenswerten wie der Marke selbst, Lizenzrechten, Warenlager und Läden. Ein Großteil der 2200 Escada-Mitarbeiter könnte damit auch übernommen werden. An der Börse löste die Nachricht gute Laune aus: Die Escada-Aktie stieg teilweise um 36 Prozent auf 1,02 Euro.

Die einst größte Damenmodenmarke der Welt hat vor einer Woche den Insolvenzantrag gestellt, weil ein Umtauschangebot an Gläubiger fehlgeschlagen war. Dabei hätten diese auf große Teile ihrer Ansprüche verzichten sollen, um die Schuldenlast um 100 Millionen Euro zu senken. Ein Kredit der Hypovereinsbank wurde auch nicht verlängert. (Reuters, bau, DER STANDARD, Printausgabe, 19.8.2009)

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    Die Marke Escada hat wieder eine Zukunftschance.

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