Perpetuum mobile auf dem Wasser

17. August 2009, 19:16
7 Postings

Das "Linzer Auge" hat doch noch den Weg von Bratislava nach Linz gefunden

Linz - Für die mehr als einmonatige Verspätung gibt es zwei Schuldige: erst das Hochwasser Ende Juni, dann der Ausfall des Frachters. Zu guter Letzt hat das "Linzer Auge" doch noch den Weg von Bratislava nach Linz gefunden. Jetzt liegt diese stählerne Insel im Hafen, ein Schiff hatte die knapp 60 Tonnen schwere Plattform neben sich hergezogen, zum Teil mit nur 1,5 Stundenkilometern. "Als Zeichen großer Verbundenheit und zum feierlichen Anlass des europäischen Kulturhauptstadtjahres" machte die Architektenkammer Oberösterreich der Stahlstadt dieses Geschenk. Aus städteplanerischer Sicht ein pädagogisch wertvolles Geschenk. Sind sich die Experten doch einig, dass Linz die Donau, die direkt durch die Stadt fließt, viel zu wenig in ihre Raumentwicklung miteinbeziehe.

Die Insel mit 16,5 Metern Durchmesser wird für mindestens zwei Jahre auf der Donau bleiben. Sie ist von einem Steg in Höhe des Ars Electronica Centers zu erreichen. Sie besteht aus zwei gegenläufig rotierenden Kreisringen. Die Drehung wird durch zwei Schaufelblätter, die auf der Unterseite des Linzer Auges angebracht sind, erzeugt. Eine Runde dauert zwei Minuten: "Langsam aber stetig zieht Linz an einem vorüber, neue Perspektiven entstehen", erklärt die Kammer die Idee, die dahintersteckt. Ein Perpetuum mobile auf dem Wasser. (ker/DER STANDARD-Printausgabe, 18.8.2009)

  • Die stählerne Insel mit 16,5 Metern Durchmesser wird für mindestens zwei Jahre auf der Donau bleiben.
    illustration: arching/www.linzerauge.org

    Die stählerne Insel mit 16,5 Metern Durchmesser wird für mindestens zwei Jahre auf der Donau bleiben.

Share if you care.