Witwen-Kandidatur

17. August 2009, 19:09
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So manche QuereinsteigerInnen in die Politik sollten sich ein Beispiel an Claudia Haider nehmen

"Ich habe genug Selbsteinschätzung, um zu wissen, was ich kann." So manche QuereinsteigerInnen in die Politik sollten sich ein Beispiel an Claudia Haider, nehmen. Die Witwe des verunglückten Politikers wird seit Monaten von interessierter Seite - das schwachbrüstige BZÖ und Krawallzeitungen mit rechter Schlagseite - für eine Kandidatur zu den Bundespräsidentschaftswahlen gehyped.

Zuletzt machte die Krone wieder einmal ein Interview mit dem Teaser "Erste Frau im Staate?" auf. Wer sich seufzend der Lektüre unterzog, konnte die bemerkenswert realistische Selbsteinschätzung von Frau Haider lesen: "Es kommt für mich nicht in Frage, dass ich mich der Wahl stelle. Ich habe die Forstwirtschaft im Bärental, die ich leite. Und ich beschäftige mich mit der Grabgestaltung für meinen Mann." Das wird die Medien, die in unserer trostlosen, weil persönlichkeitsarmen Politik verzweifelt nach irgendeinem "Aufreger" suchen, nicht von weiteren Exklusivmeldungen abhalten (etwa so: "Disco-Bekanntschaft von Jörg Haider will in Politik").

Aber wenigstens haben wir nach menschlichem Ermessen keine Witwen-Kandidatur zu erwarten. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2009)

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